14./15.5.: Seminar-Wochenende

Am 14. und 15. Mai richtete das Team Légèreté die beiden Seminare
„Takt, Rhythmus, Fußfolge“

und
„Spannung – ein spannendes Thema“

aus.

Am Samstag ging es in Theorie und Praxis um die Fußfolge der Grundgangarten und deren Takt und Tempi. Auch Takt und Fußfolge diverser Spezialgangarten wurden besprochen. Im Anschluss lernten die Teilnehmer im Selbstversuch ihr persönliches Grundtempo und ihren Rhythmus kennen und bekamen ein Gefühl für das eigene Gleichgewicht und dessen Störanfälligkeit bei Tempo- und Richtungswechsel.
Nach der Mittagspause konnten die Teilnehmer bei der Islandstute Lukka unter Nicole Yimporn die Gangarten Schritt, Trab, Galopp, Tölt und Pass sehen. Hier wurde deutlich, wie störanfällig die einzelnen Gangarten beim jungen Gangpferd sind und wie die Trennbarkeit und Abrufbarkeit der einzelnen Gänge erarbeitet werden kann.
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Corinna Scholz demonstrierte mit dem relativ unausbalancierten 14jährigen P.R.E. Joya, wie Taktstörungen entstehen und behoben werden können, und wie Takt-, Tempo- und Rhythmusveschiebungen bewusst eingesetzt werden können, um den Gang zu bereinigen.
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Beeindruckend schließlich die Vorstellung des 19jährigen Fàscino, der unter Corinna Scholz neben den drei Grundgangarten in allen Tempi und den klassischen Seitengängen sämtliche Spielarten des Galopps – incl. abrufbarem Vier- und Zweitakt – demonstrierte. Hier gelangen auch einige Sprünge des selten zu sehenden Rückwärtsgalopps. Der Hannoveraner war mit vier verschiedenfarbigen Bandagen ausgestattet, die die Fußfolge der einzelnen Gangarten deutlich leichter erkennbar machten. Er demonstrierte einen unglaublichen Lektionen-Reichtum.
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Am Sonntag hatte das Thema „Spannung“ Priorität. Der Vormittag gehörte der Definition von positiver und negativer Spannung, dem Spannungsbogen und den Gründen und Möglichkeiten, Spannung zu verändern. Auch hier bekamen die Teilnehmer im Anschluss durch verschiedene Übungen ein Gefühl für die eigene Spannung, den Auf- und Abbau von Grundspannung und das Erfühlen positiver und negativer Spannung.
Am Nachmittag wurde u. a. der schöne P.R.E. Sueno (im Besitz von Physiotherapeutin Martina Stöhr) an der Longe und unter dem Sattel vorgestellt. Dieses noch relativ junge Pferd wurde durch grobe reiterliche Einwirkung so sehr aus dem psychischen Gleichgewicht gebracht, dass an ihm eindrucksvoll demonstriert werden konnte, wie einem solchen Pferd, das auf Grund schlechter Erfahrungen und Angst unter permanent überhöhter Grundspannung steht, Vertrauen und Losgelassenheit zurückgegeben werden können. Der Weg wird bei diesem Pferd sehr lang, und ob aus Sueno je wieder ein „normales“ Reitpferd wird, ist noch sehr fraglich. Hier wurde sehr deutlich, was verständnisloses Reiten ohne Rücksicht auf die Mentalität eines Pferdes für Schäden anrichten kann.
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Auf den bewußten Wechsel von hoher Spannung und Entspannung ging Corinna Scholz in einer Unterrichtseinheit mit Ines Diepenbruck ein. Ines stellte ihre Lusitanostute Surena vor, die sich insbesondere im Galopp mit dem Erhalt der erforderlichen Grundspannung noch sehr schwer tut. In vielen kurzen Reprisen, in denen der Wunsch des Reiters für die Stute deutlich formuliert wurde, verbesserte sich der Galopp zusehends.
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Schließlich durften die Teilnehmer am stehenden, gehenden und piaffierenden Fàscino Muskelgruppen und deren An- und Entspannung fühlen. Phasenweise „klebten“ bis zu vier Teilnehmer an dem großen Hannoveraner, der dies mit stoischer Ruhe und Umsicht duldete. Insbesondere der Übergang vom Schritt in die Piaffe und zurück war hier für die fühlenden Teilnehmer, die ihre Hände auf die Muskelgruppen der Hinterhand legten, beeindruckend.
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Und schließlich rundeten Fiona Steenbuck mit Simba und Corinna Scholz mit Esperanzador den Tag ab, indem sie das Abrufen von Spannung und Entspannung mit Hilfe Zirzensischer Lektionen demonstrierten. Den Pferden sah man den Spaß an der Sache ebenso an wie ihren Besitzerinnen.
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An beiden Tagen wurde immer wieder deutlich, dass sich die Themen „Takt“ und „Spannung“ nicht trennen lassen. Ein Reiter, der sehr geschickt auf den Spannungsgrad des Pferdes eingehen und diesen bewußt verändern kann, wird Taktunreinheiten, die nicht gesundheitsbedingt sind, im Keim ersticken und das Pferd in Takt und Gleichgewicht mehr und mehr festigen können. Ein Reiter, der das (noch) nicht kann, sollte auf taktsicheren Pferden, die sich gut im Gleichgewicht befinden, lernen dürfen. Zwei spannende Tage mit extrem vielen Eindrücken und wie immer in sehr schöne Stimmung!