1.10.: Seminar

 

……………………………………………………………………………………………………………………………………………..
Ein Bericht von Ines Diepenbruck:

Am 1.10. fand der 2. Teil des Workshops “Arbeit an der Hand” statt. Diesmal ging es um die weiterführende Arbeit, wobei die Erarbeitung der klassischen Seitengänge, die Entwicklung des Galopps an der Hand und insbesondere auch die Arbeit am Langen Zügel im Vordergrund standen.

Im Theorie-Teil des Vormittags ging es zunächst um die Möglichkeiten und Grenzen der Arbeit an der Hand. Es wurde u.a. auch darauf eingegangen, welche Voraussetzungen Führer und Pferd für die weiterführende Arbeit mitbringen sollten.

Bei strahlender Herbst-Sonne wurden auf dem Reitplatz einige Trockenübungen durchgeführt, bei denen die Teilnehmer mit einem ihnen unbekannten Partner erleben konnten, wie sich ‚führen‘ und ‚geführt werden‘ anfühlt. Besonders hilfreich war hier das Feedback des geführten Partners, der das Pferd symbolisierte und somit einen Einblick geben konnte, wie die Führung des jeweiligen Menschen „beim Pferd ankommt“. Es wurde deutlich, wie unterschiedlich die Empfindungen und Bedürfnisse beider Seiten jeweils waren.
.

 

Führungsqualität im spannenden und unterhaltsamen Selbstversuch

Im Praxisteil stellten Team-Mitglieder ihre Pferde zur Verfügung. Vorgestellt wurden hier der P.R.E. Joya von Corinna Scholz, die Araberstute Sefinetta von Stefanie Zarling und der Knabstrupper Fundernörhedes Smily von Ines Lampe. Die drei zeigten zunächst selbst einige Übungen.

Schulterherein: Ines & Smily

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

vom Schulterherein ins Renvers: Steffi & Sefinetta

.

.

.

.

.

.

.

So wurden in den Seitengängen Unterschiede der Ausbildung an der Hand deutlich: während Sefinetta von Stefanie z.B. das Travers mit außen gehender Führperson gelernt hat, können Smily und Ines zeigen, dass ein „auf die Gerte zugehen“ der Hinterhand ebenfalls bei der Erarbeitung von Travers und Traversale möglich ist. Diese Art der Hilfengebung stellt die einzige Möglichkeit der Erarbeitung von Zick-Zack-Traversalen an der Hand dar, während die Führung der Seitengänge vom Ausbilder weg hier an Grenzen stößt.

Travers – links mit außen, rechts mit innen gehender Führperson

Bevor die Teilnehmer selbst ausprobieren durften, gab es noch eine weitere „Trockenübung“: Die Position der geführten Gerte mußte blind erfühlt werden (losgehen, Gerte z. B. auf Kniehöhe bringen – wo so mancher Teilnehmer seine Knie vermutet…)

Gertenposition erfühlen – gar nicht so einfach!

.

.

.

.

.

.

.

Corinna demonstrierte mit Joya eine Übung, an der die Teilnehmer anschließend selbst die Seitengänge erarbeiten konnten. Hierbei wurde die Linienführung einer liegenden „Acht“ genutzt, um – je nach Größe der einzelnen Volten – das Schulterherein bis hin zum kleinstmöglichen Übertreten lassen um die Vorhand in der einen Volte und das Travers bis hin zum Kurzkehrt in der anderen Volte zu erfühlen.
Danach durften die Teilnehmer die neu gewonnenen Erkenntnisse nun selbst „ans Pferd bringen“.

Travers-Volte in der „Acht“: Martina mit Smily und Antonia mit Joya

Als Abschluss des Praxisteils der Arbeit an der Hand wurde der Galopp erarbeitet. Die drei vorgestellten Pferde waren hier jeweils auf sehr unterschiedlichem Ausbildungsniveau: während Smily in der Galopparbeit an der Hand sehr sicher ist und Joya an diesem Tag die erste längere zusammenhängende Strecke an Galoppsprüngen anbot, zeigten Steffi und Sefinetta ihre ersten Galoppsprünge an der Hand überhaupt. Alle Pferde ließen sich anschließend auch noch einmal willig von den Teilnehmern in den Galopp führen.

routiniert und vertraut: Ines & Smily

.

.

.

.

.

.

.

.

dynamisch und voller Energie: Corinna & Joya

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

der erste Galopp an der Hand überhaupt: Steffi & Sefinetta

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Nach der Mittagspause mit einer tollen Gemüsesuppe, Würstchen, Baguette und natürlich regem Austausch ging es um die Arbeit am Langen Zügel. Zunächst wurden auch hier theoretische Grundlagen vermittelt: es wurden Möglichkeiten und Grenzen erörtert und auch dem Thema Sicherheit wurde ein hohes Maß an Bedeutung zuteil. In den anschließenden Trockenübungen wurde das Gehen am Langen Zügel geübt und speziell auf Rhythmus, lange Schritte und Ausstrahlung und Körperhaltung („Bauch vor!“) geachtet.

… als würden sie tanzen! 🙂

.

.

.

.

.

.

Wie schon am Morgen, folgte auch zum Langen Zügel ein Praxisteil, wobei nun vier Pferde für die Teilnehmer zur Verfügung standen: Neben Smily und Joya waren nun zudem die Shetlandpony-Stute Maja von Martina Stöhr und die Islandstute Blika von Stefanie Zarling mit dabei. Alle vier standen geduldig für die ersten Schritte der Teilnehmer am Langen Zügel zur Verfügung, wobei die Individualität jedes Vierbeiners deutlich wurde. Der erfahrene Smily schenkte niemandem etwas und testete die Teilnehmer, war jedoch auch sofort bereit zur fleißigen Mitarbeit, wenn die richtigen Hilfen gegeben wurden. Blika zeigte sich willig und fleißig, und war stets bereit auch Tölt und Paß anzubieten. Joya war noch sehr schüchtern und musste immer wieder ermutigt werden, den Zug nach vorne in die Hand zu suchen. Hier wurde sehr deutlich, wie schwer die Arbeit am Langen Zügel ist, wenn das Pferd (noch) nicht „zieht“. Die kleine Maja zeigte sich ganz groß und durfte ihr Talent für Pesade und den Galopp am Langen Zügel demonstrieren.

Steffi & Blika

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Nicole muß erst einmal sortieren…

.

.

.

.

.

.

.

.

Corinna & Maja

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Petra & Joya

.

.

.

.

.

.

.

.

Antonia & Maja

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

im Paß unterwegs: Blika & Tanja

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Das Feedback der Teilnehmer war sehr positiv; das Zur-Verfügung-stellen der “Übungspferde” war eine große Hilfe für die Teilnehmer, konnten doch einige Dinge probiert werden, die mit dem eigenen Pferd bisher (noch) nicht möglich waren. An dieser Stelle auch noch mal einen herzlichen Dank an die Team-Mitglieder und ihre Pferde, die den Teilnehmern erste Eindrücke vermitteln konnten!

.

Weitere Eindrücke dieses tollen Seminares:

Übertreten lassen: Tanja & Smily

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Renate & Sefinetta

.

.

.

.

.

.

.

Ines Diepenbruck & Joya

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Galopp-Pirouette an der Hand: Corinna & Joya

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Silke & Smily

.

.

.

.

.

.

.

.

 

Pause in der Sonne…

.

.

.

.

.

Antonia & Blika

.

.


.

.

.

.

.

.

.

Petra, Ines und Smily

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Silke & Smily

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Martina & Maja

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Susann & Joya

.

.

.

.

.

.

.

.

Suse & Smily

.

.

.

.

.

.

.

.

unsere Spuren im Sand…

.

.

.

.

.

.

.

.

Tanja & Joya

.

.

.

.

.

.

.

.

Martina & Maja

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Corinna & Joya

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Steffi & Blika

.

.

.

.

.

.

.

.

Ines & Joya

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Martina & Maja

.

.

.

.

.

.

.

Blika im Gegenlicht

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

zufrieden: Corinna & Joya

.

.

.

.

.

.

.

.

.

..

.

.


.

Ines & Smily

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Nicole & Joya

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Petra hochkonzentriert

.

.

.

.

.

.

.

Antonia & Joya

.

.

.

.

.

.

.

iberisches Flair

.

.

.

.

.

.

.

.

Feierabend

.

.

.

.

.

.

..


.

.

Ines: „Sein Pferd bei einem Workshop zur Verfügung zu stellen ist nicht jedermanns Sache. Ich finde es aber immer wieder interessant zu sehen, wie sehr (m)ein Pferd auf den jeweiligen Menschen reagiert. Bei den Übungen am Langen Zügel war es diesmal besonders deutlich, wie wichtig es ist, dass der Reiter bzw. Läufer eine Idee von der Arbeit am Langen Zügel hat. Je zielstrebiger und souveräner herangegangen wurde, um so schneller war ein harmonisches Bild möglich. Unsicherheit spiegelte sich sofort im Pferd wieder, selbst bei einem erfahrenen „alten Hasen“ wie Smily.“

Suse: „Es war richtig toll. Nun dachte ich, als Reiterin bin ich eigentlich durchtrainiert, aber nix da… Hab nicht mit so viel Muskelkater gerechnet, er dauert nun schon den 3. Tag an. Vor allem im Schultergürtel. Nun mussten wir mal dieselbe Arbeit machen wie unsere Pferde. Obwohl meine Pferde nicht mit waren, konnten sie zu Hause die geübten Lektionen. Was vorher schwierig war, z.B. Travers an der Hand, ging nun. Auch der Galopp an der Hand! Und das Miteinander hat sich positiv verändert, vertieft. Es gab kein „Gegenan“ gegen das Touchieren, die Akzeptanz war nun da. Den Langen Zügel habe ich nur ansatzweise ausprobieren können wegen Materialmangel. Aber Skjóttur hat mich sofort verstanden. Vielen Dank für den bewegenden und lehrreichen Tag.“

Susann: „Vielen Dank für einen erneut tollen Tag. Es war eine tolle und stimmige Mischung aus Theorie, Trockenübungen und Praxis am Pferd. Die Gruppe der Teilnehmer war klasse und der Austausch hat Spaß gemacht. Corinnas Seminargestaltung hat mir sehr gefallen und ich empfinde es immer wieder als besonders, daß sie und die Team-Mitglieder ihre Zeit und ihre Pferde zur Verfügung stellen und die einem ebenso kompetent wie geduldig bei Fragen und Anregungen zur Seite stehen. Für einige „Aha!“- Erlebnisse hat der Tag gesorgt! Ganz herzlichen Dank an die Pferde und an Euch! Liebe Grüße und bis zum nächsten Mal – ich freu mich drauf!