Mangalarga Marchador

… im Team Légèreté:

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PACO von der Hahnenkoppel, * 3.4.2009
Vater: Page PFG v. Seridigo Tabatinga / Favacho Velho
Mutter: Fada v. Quelindo do Cheyenne
hp

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DASAO do Havana, * 9.5.2003, Stm. 151 cm, ca. 490 kg
Vater: Damasco do Amparo v. Horto de Passa Tempo a.d. Nobreza do Amparo
Mutter: Marcia vom Moorhof v. Ulano do Granito / Sonho
2.

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Die Geschichte der Mangalarga Marchadores beginnt etwa 1740. Zu dieser Zeit schenkte der Prinzregent seinem Freund einen Hengst der portugiesischen Rasse Alter. Dieser Hengst wurde im Süden von Minas Gerais mit einheimischen Stuten gekreuzt, deren Vorfahren Berber und portugiesische Landschläge waren, die die Einwanderer mitgebracht hatten.
Die Bezeichnung Mangalarga geht auf eine Fazenda mit diesem Namen zurück. In einer Zeit, als das Pferd das wichtigste Verkehrs- und Fortbewegungsmittel war, weckten die Tiere der Fazenda Mangalarga durch ihre Schönheit, Ausdauer und ihre weiche Gangart reges Interesse.
Der 1949 gegründete, brasilianische Züchterverband betreut heute ca. 6.000 Züchter mit über 200.000 eingetragenen Pferden.
In Europa gibt es ca. 450 Marchadores, wobei die meisten in Deutschland zu finden sind. Hier werden seit über 15 Jahren Marchadores gezüchtet und ausgebildet. Allerdings gibt es keinen eigenen Marchador-Zuchtverband in Deutschland.
Den ersten großen Auftritt hatte die Rasse übrigens bei der Equitana 1987.

Die Mischung aus Menschenfreundlichkeit, Gelehrigkeit und Arbeitseifer, die der Mangalarga Marchador mitbringt, wird – nach der Marcha – als zweitwichtigste Eigenschaft dieser Pferderasse angesehen.
Die Marcha ist (neben Schritt und Galopp) die dritte Gangart der Marchadores. Sie gab der Rasse den zweiten Teil ihres Namens. Die Marcha sollte bei geringer reiterlicher Einwirkung zu reiten sein. Manipulationen oder „Eintölten“ (d.h. zum reinen Viertakt verschieben) sollten nicht vorkommen. Die Marcha wird in zwei Varianten unterteilt: die zum Trab hin verschobene „Marcha Batida“ und die „Marcha Picada“, ein reiner Viertakt, bei dem eine Verschiebung zur Diagonalen noch als tolerierbar gilt. Beide Varianten weisen dieselbe Fußfolge auf, nämlich laterale und diagonale Zweibeinstützen immer im Wechsel mit Dreibeinfußungen. Einbeinstützen sind nicht Bestandteil einer korrekten Marcha.
Eigentlich sollte die Marcha den Trab ersetzen. Dennoch zeigen Marchadores im Freilauf oder unter dem Sattel ihn immer wieder. Ob der Trab geritten – und in der Zucht gefördert – werden sollte, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Viele europäische Züchter und Reiter halten sich hierbei an das aus Brasilien übernommene Zuchtziel, welches reinen Trab (und nicht die bis ins äußerste verschobene Batida) als Ausschlusskriterium für die Zucht sieht. Dementsprechend reiten sie ihre Pferde nicht im Trab und fördern diesen Gang nicht weiter. So gebe es auch weniger Probleme mit der „Gangschaltung“ als bei anderen Rassen. Andere Marchador-Freunde berichten davon, dass ihre Pferde gut traben können und sie diese Gangart bewusst reiten.

Ein guter Marchador verfügt über Ausdauer bei mittlerem Tempo, Regelmäßigkeit des Ganges, viel Raumgriff und flache Aktion der Vorhand. Spektakuläre Gänge sind eigentlich nicht erwünscht, da sie auf Kosten der Ausdauer gehen würden.

Marchadores sind familienfreundliche Freizeitpferde, nicht nur für Geländeritte. Ihr Charakter und ihre Gänge machen sie auch als Therapiepferde nutzbar, im Westernsport oder auf Distanzritten. Aufgrund ihrer Vorfahren (Berber) beweisen viele Marchadores im Dressurviereck große Begabung. Für einen Reiter, der ein spektakuläres Gangpferd will, ist der Mangalarga Marchador allerdings eindeutig die falsche Wahl. Wer ein Tier dieser Rasse kauft, bekommt ein umgängliches, menschenbezogenes Gebrauchspferd in „handlicher“ Größe (Stockmaß zwischen 1,46m und 1,57m). Dazu bringt es ein angenehmes Temperament mit und ist unkompliziert im Umgang.

(Text mit freundlicher Genehmigung von Karen Diehn – www.toeltknoten.de)

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