Shetlandponys

… im Team Légèreté:

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SAMMY, * 2006, Fuchs, Stute, Stm. 83 cm
Abstammung unbekannt

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Das Shetlandpony kommt ursprünglich von den Shetlandinseln. Sie wurden während der industriellen Revolution auf das britische Festland gebracht und dort im Bergbau unter Tage als Grubenponies eingesetzt. Heute erfreuen sich die robusten Ponys als erste Reitpferde für Kinder sowie als kräftige und ausdauernde Fahrpferde großer Beliebtheit.

Das Shetlandpony hat einen verhältnismäßig großen Kopf mit breiter Stirn, fast quadratischem Maul, großen Nüstern und kleinen Ohren auf einem kräftigen Hals. Die Beine sind kurz und kräftig, mit klaren Gelenken und harten Hufen. Es besitzt einen dichten Schweif, eine dichte Mähne und einen dichten Schopf, zudem hat es im Winter ein dichtes und dickes Fell, zudem noch dichten Behang an Fesseln und Unterkiefer. Das Shetlandpony soll maximal 107 cm groß werden, das Minishetty lediglich 87 cm. Abzeichen sind selten. Alle Farben außer Tigerschecken sind zugelassen.

Im Verhältnis zu ihrer Körpergröße gehören Shetlandponys zu den kräftigsten Pferden überhaupt. Sie kamen früher in der Landwirtschaft, nach Abschaffung der Kinderarbeit vor allem in Großbritannien auch als Grubenpferde im Bergbau zum Einsatz, wo sie noch in den 30er Jahren anzutreffen waren. Heute sind diese Ponys als Reitponys für Kinder oder auch als ausdauernde und kräftige Zugpferde und im Zirkus häufig anzutreffen. Shetlandponys sind genügsam und sehr robust, sie gelten als intelligent und langlebig. Sie sind spätreif und ihre Lebenserwartung liegt oft bei ca. 40 Jahren.

Das Shetlandpony stammt von der aus 117 Inseln bestehenden Gruppe der Shetlandinseln. Sie hat ein kaltes Klima mit geringen Temperaturunterschieden. Infolge der extrem ungünstigen Klima- und Bodenverhältnisse fand hier eine Auslese statt, die zu kleinen widerstandsfähigen Ponys führte. In der Eiszeit waren diese Inseln wegen des damals etwa 100m niedrigeren Meeresspiegels untereinander zu einer einzigen großen Insel verbunden, hatten jedoch keine Verbindung zum Festland. Deshalb sind von hier auch keine Wildpferdfunde bekannt. Urzeitliche Menschen siedelten hier aus demselben Grund nicht. Seit der Steinzeit sind die Shetlandinseln bewohnt. Die ersten Pferde wurden vermutlich von den Picten eingeführt, die seit etwa 500 vor Christus nach Schottland kamen. Sie waren nach den Abbildungen aus jener Zeit sehr unterschiedlich, teilweise sehr edel und größer als das Shetlandpony und wurden häufig im Tölt abgebildet.

In der Altsteinzeit waren in Nordostschottland (Caithness) Wildpferde vom Shetlandponytyp weit verbreitet. Zur Zeit der römischen Besetzung (1.-4. Jahrhundert vor Chr.) war ein im Typ des Shetlandpony stehendes Zwergpferd in Schottland weit verbreitet. Sehr wahrscheinlich stammen die Shetlandponys von diesen Schottischen Zwergpferden ab. Jedenfalls ist nachgewiesen daß schon in vornormannischer Zeit Pferde auf den Shetlandinseln vorhanden waren. Ponys aus der Früheisenzeit waren unter 102cm groß. Als die norwegisch/dänischen Normannen die Shetlandinseln zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert eroberten, brachten sie auch größere Pferde aus ihrer Heimat mit, deren Einfluß im modernen Schetlandpony aber nicht mehr zu erkennen ist. Die damaligen Ponys waren teilweise über 112cm groß.

Im Mittelalter waren die Shetlandponys unter dem Begriff Sheltties bekannt. Etwa 1700 waren sie 91-102 cm groß, die kleinsten lebten auf den nördlichen Inseln Yell und Ulst. Eine Bedeutung außerhalb der Inselgruppe hatten diese Ponys zunächst nicht. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts, wurden sie wegen ihrer geringen Größe als Grubenpferde eingesetzt. Die Preise stiegen deshalb zwischen 1840 und 1890 von 5£ auf 35£.

Bis etwa 1950 ist die Shetlansponyzucht frei von fremden Bluteinflüssen geblieben. Da die größeren Ponys sich besser verkaufen ließen, verblieben die kleineren Ponys als Zuchtbasis auf der Insel. Das führte dazu, daß die Ponys 1840 kleiner waren, als sie 1910 gewesen waren. Um 1950 herum wurden deshalb mehrere größere Pferde eingeführt, um diesen Trend entgegenzuwirken. Die Nachzucht ging meist ein, da ihre Konstitution nicht hart genug für das Klima war. Ausnahmen von dieser Regel sind der Sumburgh-Stamm und der Fetlar-Stamm. Auf der Halbinsel Sumburgh, die zur Hauptinsel Mainland gehört, entstand durch die Einkreuzung von Norwegischen Fiordpferden der Sumburgh-Stamm mit einer Widerristhöhe von etwa 130cm. Der elegantere und schnellere Fetlar-Stamm der Insel Fetlar mit einer Widerristhöhe von etwa 125cm entstand dadurch, daß ein Mustanghengst und ein Araber erfolgreich eingekreuzt wurden.

Lord Londonderry begann 1870 auf dem Gestüt Bressay den ursprünglichen Typ des Shetlandponys planmäßig weiterzuzüchten. Sein Gestüt wurde 1899 aufgelöst, die Tiere blieben aber der Shetlandponyzucht erhalten. Ponys aus dieser Zucht bildeten die Grundlage zahlreicher Reinzuchten außerhalb der Shetlandinseln.

Das Stutbuch der Shetland Pony Stud Book Society wurde 1890 begründet und 1971 geschlossen, seitdem wird in Reinzucht weitergezüchtet.
Vom Shetlandpony unterscheidet sich das Minishetlandpony nur im Stockmaß: Es hat eine Höhe von maximal 87 Zentimetern. Es ist meist gedrungen, aber auch elegant von Statur und kommt in allen Farben vor.
Shetland-Ponys haben wegen ihrer geringen Größe die Miniaturpferderassen deutlich beeinflusst, so das Falabella (bis 76 cm) und das American Miniature Horse (bis 86,5 cm).

Das American Shetland Pony stammt von Shetlandponys aus den Shetlandinseln, die ab dem 19. Jahrhundert in die USA importiert wurden. Daraus züchtete man ein eleganteres Reit-, Show- und Fahrpony. 1888 entstand die Rasse offiziell. Das erste Stutbuch erschien 1891.

Das Deutsche Classic-Pony ist eine Rasse, die sich über den Gründerhengst „Jiggs“ vom „American Classic-Shetland“ ableitet.

Da im englischen Mutterstutbuch keine Tigerschecken und keine Shetland Ponys im sportlichen Typ zugelassen sind, wurde 1999 die eigene Rasse Deutsches Part-Bred Shetland Pony gegründet. Zur Zucht sind folgende Rassen zugelassen: Shetlandpony, Nederlands Mini Paarden, Nederlands Appaloosa Pony (Mini-Appaloosa), und British Spotted Pony.

Das Nederlands Appaloosa Pony (Mini-Appaloosa) ist nur in den Niederlanden eine eigene, anerkannte Rasse mit eigenem Stutbuch. In den restlichen Ländern werden die Tiere mit in den Zuchtbüchern des Deutschen Classic Ponys und des Deutsches Part-Bred Shetland Ponys geführt. Mini-Appaloosas sind nicht so stämmig wie Original-Shettys, da teilweise Falabellas eingekreuzt wurden. Nur Tigerschecken können ins „Nederlandse Appaloosa stamboek“ eingetragen werden.

Das Nederlands Mini Paarden ist ebenfalls eine vom Shetlandpony abstammende Rasse aus den Niederlanden. Es gibt zwei Zuchtrichtungen. Bei der einen Zuchtrichtung handelt es sich letztlich um reinrassige Originalshetlandponys. Bei der anderen sind auch verschiedene andere ähnliche Ponyrassen als Elterntiere zugelassen.

Quelle: Wikipedia

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