Tina Nitschmann (Schriftführerin)

Als Kind hatte ich noch nicht so viel mit Pferden am Hut.
Mal Ferien auf dem nahegelegenen Islandponyhof und ab und zu dort nach der Schule reiten, das war‘s.
Mein Interesse galt damals viel mehr den Hunden und das ist bis heute geblieben.
Allerdings ist heute das Interesse an den Pferden mindestens genauso stark, wenn nicht noch stärker.
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Als Teenager nahm ich Unterricht in unserer Reit- und Fahrschule, aber auch das hatte mein Interesse noch nicht sonderlich geweckt.
Ich wäre damals nie darauf gekommen, dass es beim Reiten um mehr gehen könnte als oben zu bleiben und Tempo und Richtung zu bestimmen.
Mit Anfang zwanzig hatte ich eine Reitbeteiligung und nach zwei Jahren erwarb ich dann mein erstes eigenes Pferd – Lucky, er war zwei Jahre alt und lebte bis zu seinem Tod im Jahr 2016 bei uns Zuhause.
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Lucky hatte große Schwierigkeiten beim Dressurreiten, da er wohl als Fohlen gestürzt und sich einige Verletzungen zugezogen haben muss. Erst als er 17 war wurde festgestellt, dass er – mittlerweile – Verknöcherungen zwischen drei Halswirbeln hatte. Außerdem nervte ihn seit jeher ein Hahnentritt, dem er unzählige Male am Tag mit einer total blöden Bewegung folgen musste. Aber damals gab es noch keine Osteophaten und Physiotherapeuten, bzw. wusste man noch nicht so von ihnen und so bekam der Charakter des Pferdes eben die Schuld für alles. Und ich zog und riss an diesem armen Pferd herum, das immer absolut lieb alles ertragen hat. Aber nur so lange, bis Lucky bald überhaupt nichts mehr zuließ. Er ließ sich nicht mal auf die Weide zurück führen, ohne Angst vor irgendwas zu haben. Ich wusste nicht mehr, was ich noch mit ihm machen sollte. Als Schlachtpferd war er einfach doch zu gesund…

Und dann kam die Wende. Eine Freundin schnackte mich mit zu einem Seminar von Claus Penquitt. Dieser und seine Tochter stellten an einem Tag ihre Reitweise und Bodenarbeit vor. Zu Hause angekommen probierte ich erstmal nur die Bodenarbeit aus, da ich resigniert hatte, was das Reiten anging. Als das aber mit der Bodenarbeit super klapptte und Lucky mir deutlich zeigte, dass er will und Spaß daran hat, probierte ich es auch mit der Reitweise (ich hatte mir das Buch „Anders reiten – aber wie“ mitgenommen). Und siehe da, es klappte. Lucky war gespannt darauf, was ich nun mit ihm vorhatte und hat von da an absolut kooperativ mitgearbeitet.

Seit diesem Schlüsselerlebnis bin ich sehr wählerisch geworden, was den Reitunterricht angeht und hatte daher jahrelang gar keinen Unterricht, weil mir alles nicht Recht war. Auf dem Johannenhof in Heist habe ich dann ein paarmal die Kurse von Philippe Karl verfolgt und von da an wusste ich, was ich wollte. Zwischendurch nahm ich einige Zeit Unterricht bei Antje Bandholz. Aber das Konzept von Philippe Karl hat mich absolut überzeugt und ich bin froh, dass ich in Petra Köpcke eine so tolle Ausbilderin dafür gefunden habe.
Da Lucky mittlerweile in Rente gehen durfte, die Arthrose plagt ihn schwer (wen wundert‘s), fuhr ich mit meinem Schecken Shakan zum Kurs.

Dieser hat mir mit seinen Ängsten allerdings solch‘ große Schwierigkeiten bereitet, dass ich quasi gezwungen war, mich mit Horsemanship zu beschäftigen und inzwischen nehme ich regelmäßig an den Kursen von Honza Blaha teil.

Heute bin ich Lucky und Shakan sehr dankbar dafür, dass sie mir solch‘ große Schwierigkeiten bereitet haben. Ohne sie hätte ich all‘ die schönen Dinge, die man mit Pferden machen kann, nie kennengelernt.

2010 habe ich mir nun mit meinem Mann den Traum von einem Resthof erfüllt und 2012 jetzt auch den eines Andalusiers und hoffe, all‘ das bereits Gelernte und noch viel mehr mit ihm zusammen weiter ausbauen zu können. Am meisten würde es mich freuen, wenn ich eines Tages an Vorführungen oder Shows teilnehmen kann.

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