9.6.: das 4. Team-Turnier

Vorab eine kleine Nachlese von Ines Lampe: „Die Team-Mitglieder haben sich ja wirklich sehr lobend über unseren Stall und die Stall-Leute geäußert. Umgekehrt ist es bei mir genauso angekommen – wir vom Team sind „so freundlich, offen gar nicht abgehoben oder arrogant“ und was besonders beeindruckt hat: In den Prüfungen sitzen die Reiter lächelnd!! auf dem Pferd, Patzer werden mit einem „jetzt noch nicht“ lachend abgetan, nach der Prüfung wird das Pferd entspannt gelobt, kein Frust, keine Misstöne („blöder Bock“ – gern gehört auf „normalen“ Turnieren).
O-Ton: „Das, was Ines uns immer predigt, haben wir als wunderbar gelebte Reitkultur hautnah sehen können!“

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Was für ein wunderschöner Tag!
Nachdem es am Sonntagmorgen unglaublich kalt war, riss zwischen den ersten beiden Prüfungen der Himmel auf und es wurde sonnig und warm.
Die Anlage des Reitstalles Kröger war wirklich fantastisch hergerichtet, man fühlte sich willkommen und konnte sich so richtig wohlfühlen.
Ein dickes Dankeschön hierfür!!

Genannt waren 24 Pferde:
3 P.R.E., 3 Fjordpferde, 3 Hannoveraner, 1 Lusitano, 1 Barockpinto, 1 Haflinger, 1 Friese, 1 Islandpferd, 1 ungarisches Warmblut, 1 Vollblutaraber, 1 Araber-Berber, 1 Partbred-Araber, 1 Dt. Reitpony, 1 Dt.-Reitpony-Mix, 1 Hafl.-Kaltblut-Mix, 1 Holsteiner, 1 Trakehner und ein Welsh-Mix.
Das älteste Pferd war stolze 26 Jahre alt, das jüngste 4.

Leider fielen ganz kurz vor der Veranstaltung drei Pferde aus, was die Teilnehmerzahl in drei Prüfungen stark schrumpfen ließ.
Zwei Tage vor dem Turnier musste auch noch die Richterin absagen, so dass nun wirklich mal wieder Improvisationstalent gefragt war.
Und so richteten drei der erfahrensten Mitglieder des Teams die Prüfungen mit gewohnt aussagekräftigem offenem Kommentar.
Zudem erhielten alle Teilnehmer auch noch schriftliche Protokolle.

Natürlich gab es wieder die heiß begehrten Stallplaketten und diverse tolle Ehrenpreise – an dieser Stelle ein Dank u.a. an die Sponsoren Jolly-Jumper-Reitsport und Sparkasse Südholstein!
Zudem hatte das Team erstmalig eigene Schleifen herstellen lassen, die sich wirklich sehen lassen konnten:
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Die erste Prüfung am Sonntagmorgen war die H 1 (Arbeit an der Hand, leichte Aufgabe). Hier starteten alle 12 genannten Pferde. Damit war dies die teilnehmerstärkste Prüfung des Turniers – man sieht, wo der Bedarf liegt, was ja auch in Hoisbüttel in der erstmals ausgeschriebenen Kür an der Hand deutlich wurde. Es wäre schön, wenn andere Breitensportturniere ebenfalls Prüfungen an der Hand ausschreiben, weil sich hier auch die Pferdebesitzer angesprochen fühlen und einmal Turnierluft schnuppern können, die ihr Pferd nicht (mehr) reiten (können).
Die schwere Aufgabe der Arbeit an der Hand fiel der Tatsache zum Opfer, dass die Teilnehmer, die diese Prüfung genannt hatten, nun andere Prüfungen richteten – beides wäre sehr, sehr eng geworden…

So fanden dieses Mal sechs Prüfungen statt. Nicht wenige Teilnehmer hatten Fahrten von zwei Stunden und mehr auf sich genommen – und die strahlenden Gesichter waren der Beweis, dass sich auch der weiteste Weg gelohnt hat.

In gewohnt freundlicher und kompetenter Weise wurden die Prüfungen nach jeder Vorstellung offen kommentiert, was dem Reiter neben dem schriftlichen Protokoll hilft, das soeben Gefühlte in Worten eines Beurteilenden zu hören, zudem ist es für das Publikum (das bereits am kalten frühen Morgen überraschend zahlreich erschienen war) interessant, nimmt gerade langatmigen Prüfungen, in denen wenig passiert, die Langeweile und lässt die Wertungen nachvollziehbar werden. Hier gab Ines Diepenbruck in den beiden leichten Prüfungen ihr Debüt – nicht, dass sie nicht vorher schon mal angedeutet hatte, gerne mal richten zu wollen, aber so plötzlich in’s kalte Wasser springen zu müssen (naja, reingeschmissen zu werden, um genau zu sein) ließ ihre Nerven dann doch flattern. Sie machte ihre Sache gut, fand sich schnell zurecht mit der Notenvergabe, die ja bei Prüfungsneuligen gerne auch mal motivierend hoch ausfallen darf, und auch die Tipps zur Weiterarbeit wurden im Verlauf der beiden Prüfungen mehr und hilfreicher für die Teilnehmer. Da wächst ein Nachwuchsrichter heran! 🙂

Die vier folgenden Prüfungen wurden souverän und mit abwechslungsreichen Kommentaren von Ines Lampe bewertet, der es die Teilnehmer insbeondere in der Offenen Kür der Reitweisen sehr schwer machten.

Es war einfach ein rundes Gesamtpaket – die ausgezeichnet vorbereitete Anlage mit einem gepflegten Viereck, das im Verlauf des Tages frisch abgezogen wurde, großzügige Parkplätze, gute Beschilderungen, eine optimale Bewirtung, ausreichende und sehr schöne Gastboxen mit sehr gutem Stroh und Heu satt sowie sogar Ausrüstungsboxen für die angereisten Teilnehmer, motivierte Teilnehmer, herrlich individuelle Pferde, faire und freundliche Richter, ein interessiertes und nicht mit Applaus geizendes Publikum und nicht zuletzt großartiges Wetter (zumindest so ab 11.00 Uhr…) – Herz, was willst Du mehr??

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Hier die Ergebnisse:

AUFGABE H 1 – ARBEIT AN DER HAND (LEICHT)

1. Platz: Lilith Kröger mit Luna Lou (13j. Dt. Reitpony) – 8,6
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2. Platz: Tanja Callies mit Distelkönig (6j. Trakehner) – 8,5
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3. Platz: Laura Garlipp mit Quinto (4j. Barockpinto) – 8,4
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4. Platz: Karen Steinhorst mit H‪ø‬jgaards Legro (15j. Fjordpferd)  – 8,3
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5. Platz: Jenny-Annett Kubina mit CT Jairami (13j. Partbred-Araber) – 8,2
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6. Platz: Lilith Kröger mit Tessa (19j. Fjordpferd) – 8,0
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Ines Lampe mit Tayeb al Mansour (6j. Araber-Berber) – 7,7
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Annik Bénard mit Timmy (20j. Haflinger) – 7,6
13.

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Silke Hofschneider mit Gismo (18j. Haflinger-/Kaltblut-Mix) – 7,5
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Elisabeth Harden mit Charly Brown (26j. Reitpony-Mix) – 7,3
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Annika Finck mit Topas (8j. ungarisches Warmblut) – 7,0
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Ute Mahel mit Caroline (12j. Hannoveraner) – 6,4
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AUFGABE KB 1 – KLASSISCH-BAROCKE DRESSURAUFGABE (LEICHT)

1. Platz: Andrea Schnakenberg mit Ventolero (6j. P.R.E.) – 8,3
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2. Platz: Birgit Krickhan mit Coriander’s Otto (13j. Holsteiner) – 7,6
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3. Platz: Carola Garlipp mit Korian (12j. Fjordpferd) – 7,4
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4. Platz: Ines Lampe mit Tayeb al Mansour (6j. Araber-Berber) – 6,4
21.

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Laura Garlipp mit Future (22j. Welsh-Mix) – 6,2
16.

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Lilith Kröger mit Luna Lou (13j. Dt. Reitpony) – 5,8
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Ute Mahel mit Caroline (12j. Hannoveraner) – 5,6
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AUFGABE KB 2 – KLASSISCH-BAROCKE DRESSURAUFGABE (SCHWER)

1. Platz: Corinna Scholz mit Fàscino (21j. Hannoveraner) – 8,5
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2. Platz: Ines Diepenbruck mit Sureña (14j. Lusitano) – 8,3
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3. Platz: Corinna Scholz mit Joya (16j. P.R.E.) – 7,8
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LEICHTE KÜR

1. Platz: Andrea Schnakenberg mit Ventolero (6j. P.R.E.) – 7,8 + 8,0

2. Platz: Sandra Hoppenrath mit Sahabi al Tajara (16j. Vollblutaraber) – 7,5 + 7,8

3. Platz: Birgit Krickhan mit Coriander’s Otto (13j. Holsteiner) – 7,0 + 8,0

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SCHWERE KÜR

1. Platz: Corinna Scholz mit Fàscino (21j. Hannoveraner) – 9,0 + 8,8
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2. Platz: Corinna Scholz mit Joya (16j. P.R.E.) – 8,8 + 8,8
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3. Platz: Ines Diepenbruck mit Sureña (14j. Lusitano)
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OFFENE KÜR DER REITWEISEN

1. Platz: Corinna Scholz mit Joya (16j. P.R.E.)
Der Tanz mit der Garrocha– 9,0 + 9,0
04.

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2. Platz: Corinna Scholz mit Joya (16j. P.R.E.)
Arbeit an der Hand– 8,8 + 9,0
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3. Platz: Ines Diepenbruck mit Sureña (14j. Lusitano)
Freiarbeit am Boden und unter dem Reiter – 8,2 + 8,5

4. Platz: Stefanie Krieger mit Rein (8j. Friese) und Lasse (1j. Australian Shepard)
Pferd & Hund – 7,9 + 8,5
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5. Platz: Corinna Scholz mit Fàscino (21j. Hannoveraner) und Joya (16j. P.R.E.)
Reiten mit Handpferd – 8,3 + 8,0
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6. Platz: Sandra Hoppenrath mit Sahabi al Tajara (16j. Vollblutaraber)
und Jenny-Annett Kubina mit CT Jairami (13j. Partbred-Araber)
Variationen der Ringe – 7,8 + 7,8

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AUGENBLICKE:

Schleifenpony Fiete
11.

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Reitstall Kröger zeigt Flagge:
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Am Vorabend angereist und noch schöne Momente mit den Pferden in der Abendsonne genossen: Ines Diepenbruck und Sureña, Corinna Scholz mit Fàscino und Joya, Jenny Kubina mit Sahabi al Tajara und CT Jairami – Sandra Hoppenrath stand hinter der Kamera  🙂
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Zum ersten Mal gemeinsam auf dem Podest! J & J + S & S   🙂
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Corinna mit ihren beiden Schätzen
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Eifrige Vorbereitungen am Sonntagmorgen – Flechtkünste:
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Ines D und Sandra bestücken den reichhaltigen „Gabentisch“:
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An liebevollen Details wurde nicht gespart!
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Wann geht es denn nun los??
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Morgenstimmung während der ersten Prüfung
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Konzentration vor dem Start – und dennoch Zeit für ein Lächeln
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Frostbeulengefahr am Richtertisch…
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Gefahr gebannt!
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Die erste Siegerehrung des Tages – Ines gratuliert Ines  🙂
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Und dann brach endlich die Sonne durch! Nebenan wurde gedöst…
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Spannung – Siegerehrung der KB 1
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Annik und Timmy – sommerlich!
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Siegerehrung der KB 2
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Corinna und ihre Jungs in ihrem Element – zwei sehr schöne Küren wurden mit einem Doppelerfolg belohnt
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ALTENGAMME. VIERUNDZWANZIG GRAD. DIE FRISUR SITZT!
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Ruhe nach dem langen Tag – Schleifenpony Fiete erholt sich von seinem ersten „richtigen Job“  🙂
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Ein Bericht von Ines Lampe:

„Das 4. Hausturnier vom Team fand dieses Mal auf der Anlage des Reitstall Krögers im ländlichen Osten von Hamburg statt. Hier habe ich meine beiden Pferde stehen und hatte deshalb auch die Vorort-Organisation übernommen. Hierzu gehörte auch die Organisation der Helfer. Jeder, der schon einmal eine größere Veranstaltung geplant hat, weiß, dass ohne die vielen fleißigen Helferhände nichts funktioniert. Am Turniertag funktionierte aber alles wirklich perfekt. „Meine“ Helfer waren motiviert, flexibel und gut gelaunt und seitens der Familie Kröger bekamen wir jede Unterstützung, die wir brauchten. So wurde unser Hausturnier ein entspannter, schöner Tag unter Freunden und Gleichgesinnten. Hierfür noch einmal ein ganz großes Dankeschön! Auch das Wetter war fast perfekt, nach einem überraschend kühlen und bedeckten Vormittag kam am Mittag die Sonne heraus und schien den ganzen Nachmittag von einem fast wolkenlosen Himmel.

Leider mussten wir kurzfristig umdisponieren, weil Manuela Huber, die an dem Tag richten sollte, erkrankte. Was tun? Ersatz war auf die Schnelle nicht zu bekommen. So entschlossen Corinna, Ines Diepenbruck und ich uns dazu, selber zu richten. Da wir alle auch selber starten wollten, haben wir die Prüfungen unter uns aufgeteilt. Keiner von uns dreien hatte somit an diesem Tag eine Pause, von morgens um sechs bis mindestens abends 20 Uhr waren wir mit Pferde fertigmachen, Prüfung reiten, richten, Abbau und Pferde versorgen beschäftigt. Ich hatte nach diesem Programm keine Mühe, um 22.00 Uhr bereits fest zu schlafen. Trotzdem war es für mich ein schöner Tag. Ich fand noch hier und da die Gelegenheit, ein nettes (aber zu kurzes) Gespräch zu führen. Leider treffen wir uns ja recht selten, so dass der persönliche Kontakt oft zu kurz kommt.

Die Prüfungen waren schön anzusehen, alle Reiter zeigten harmonische Ritte, sehr wohltuend und auf sportlichen Reitveranstaltungen keine Selbstverständlichkeit. Ich selber startete mit meinem Greenhorn Tayeb in der H 1 und KB 1, Smily hat nach seiner schweren Kolik-Operation noch Pause. Tayeb fand die ganze Veranstaltung sehr aufregend und wie Kinder nun mal so sind, überdrehen sie auch mal und werden albern. Als die Sonne herauskam, befanden sich auf dem Reitplatz durch die aufgehängten Banner und die wehenden Fahnen plötzlich gefährliche Schatten auf den Boden. Für ein so extrovertiertes Pferd wie Tayeb war diese Sinnesreizung an diesem Tag dann doch zu viel. So wurde die vorgelesene Aufgabe spontan um mehrere „Hüpfer“ und „Stopps“ ergänzt. In den letzten 2 Monaten bin ich durch die Erkrankung von Smily nicht viel zum Reiten gekommen. Ich bin somit ohne jeden Ehrgeiz in die Prüfungen gegangen und fand es daher auch nicht schlimm. Mein Ziel war es, die Prüfung zu Ende zu reiten das haben wir dann doch noch geschafft

Das richten am Nachmittag war dann die nächste Herausforderung. Es macht Spaß, ist aber auch eine schwierige Aufgabe. Insbesondere, das zuvor Gesehene dem Reiter sofort in einem offenen Kommentar so mitzugeben, dass er und die Zuschauer ein Gefühl dafür bekommen, was der „Richter“ gesehen und bewertet hat, ist anspruchsvoll und spannend zugleich. Eine besondere Herausforderung war hierbei die Offene Kür der Reitweisen. Diese so unterschiedlichen Darbietungen gerecht zu bewerten ist eigentlich unmöglich. Da es aber nun einmal sein sollte, kürten wir auch hier einen Sieger bzw. eine Siegerin.

Schade fand ich, dass es von den Team-Mitgliedern recht wenige Nennungen gab, gerne hätte ich Euch an diesem Tag im Reitstall Kröger begrüßt. Ihr habt einen sehr schönen Vereinstag verpasst!“

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Ein Bericht von Silke Hofschneider:

„Der Tag begann mit einem recht kühlen Morgen, was der Aufregung keinen Abbruch tat. Für mich war es der erste öffentliche Auftritt auf einem Teamturnier und ich wollte mit meinem Pony Gismo einmal Turnierluft schnuppern.
Wir traten in der Prüfung H1 an. Da wir leider vorher verletzungsbedingt nicht trainieren konnten, war ich doch erstaunt wie gut Gismo die Übungen absolvierte.
Was mir richtig gut gefallen hat, über den gesamten Tag, waren die offenen Kommentare. Sie waren immer freundlich formuliert, mit Tipps woran man weiter arbeiten sollte, so dass man diese gerne annahm und die auch sicherlich gerne umsetzen wird.
Mein kleines Minishetty Fiete hatte auf dem Turnier seinen ersten öffentlichen Auftritt und war mit Eifer dabei, die Schleifen zu verteilen. Dafür, dass er in seinem bisherigen Leben nicht viele Eindrücke erleben durfte, hat er sich tapfer geschlagen,  war erstaunlich ausgeglichen und ruhig, obwohl viele ihm fremde Pferde um ihn herum waren.
Alles in allem hat mir das Turnier sehr gut gefallen, es herrschte eine freundlichee hilfsbereite Atmosphäre und ich würde mich freuen, wenn wir noch viele gemeinsame Erlebnisse teilen können (auch gerne im Reitstall Kröger)!“

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Ein Bericht von Sandra Hoppenrath:

„Als Vorstandsmitglied des Team Légèreté war ich bereits im Vorwege mit in die gesamte Organisation involviert und auch nicht wenig beteiligt. Vorher hätte ich es mir nie erträumen lassen, wie viel Arbeit so ein Turnier im Vorwege und im Nachgang macht. Dazu gehören Nenngelder einziehen, Versicherung organisieren, Stallplaketten bestellen, Ehrenpreise verpacken und und und…
Ich kann versichern, dass ist nicht gerade Ohne und ich bin froh, dass wir ein paar mehr Mitglieder im Vorstand sind. Das nächste Mal müssen wir hier eine klarere Aufgabenverteilung vornehmen und das weit genug im Voraus. Diesesmal hat alles ja so geklappt. Aber beim nächsten Mal wäre das wirklich besser und entlastender für alle im Vorstand!

In diesem Jahr mussten wir das erste Mal unser Team-Turnier auf einer Fremdanlage austragen, da wir seit letztem Jahr keine Anlage mehr haben, auf der unser Verein „zu Hause“ ist. Diese Organisation der Reitanlage hat Ines L (unsere 2. Vorsitzende) übernommen und hier ihren Heimatstall auserkoren. Der Reitstall Kröger in Altengamme sollte es sein. Da ich zu denjenigen gehört habe, die einen weiteren Weg vor sich hatten, bin ich bereits am Samstag zusammen mit Jenny und unseren beiden Pferden Sahabi und Jairami angereist.

Samstagmittag hieß es dann zu Hause restliche Sachen in Auto und Anhänger verstauen und Pferde waschen. Nachdem unsere Liebsten bei strahlendem Sonnenschein blitzschnell wieder trocken waren, haben wir uns dann in Ruhe auf den Weg nach Altengamme gemacht.
Lustigerweise sind wir auf der Autobahn wieder Ines D mit ihrer Sureña im Anhänger begegnet, genau wie auf der Tour nach Hannover zur Pferd & Jagd 2012, wie wir das immer machen??? Zufall, Fügung… Wie auch immer, Lustig allemal 🙂
Wir wurden nach ca. 2 Stunden Fahrt am Nachmittag sehr herzlich von allen im Reitstall rumlaufenden und noch wild arbeitenden fleißigen Helfern des Reitstalls Kröger in Empfang genommen. Unsere Pferde waren super toll untergebracht und es gab Heu und Stroh satt.

Vielen Dank an den gesamten Reitstall Kröger für die tolle Vorbereitung, Betreuung und überhaupt!!!

Nachdem wir Sahabi und Jairami in ihre Boxen gebracht haben und Auto und Anhänger entladen hatten, sind wir auf den eigens eingerichteten Hängerparkplatz gefahren, um dort unser Bett im Auto vorzubereiten, also die Luftmatratze aufpumpen.

Am frühen Abend haben wir uns noch entschieden, den Pferden den Platz zu zeigen und ihnen die Gelegenheit zu geben, sich noch einmal ein bisschen zu bewegen. Sind unsere doch eigentlich mittlerweile 24 Stunden auf der Wiese. Zwar wollte Sahabi eigentlich viel lieber auf den Arm und zurück nach Hause getragen werden (er war etwas skeptisch, was nun schon wieder passiert), trotzdem waren die Pferde allesamt ruhig und gelassen. Hier sind dann auch zahlreiche (hoffentlich schöne) Bilder in der Abendsonne entstanden. So haben wir versucht, vier Pferde nebeneinander steigen zu lassen. Ines & Sureña (auf dem Pferd), Corinna mit Fàscino & Joya an der Hand und ich daneben mit Sahabi (auf dem Pferd). Da das Podest in der Bahn stand wollte ich Sahabi das nur mal wieder zeigen (er fand das bisher ziemlich doof) und schon stand er (mit Corinnas Hilfe) drauf 🙂 Kurz danach folgte Jairami (die das Podest für sich bereits beim ersten Mal als tolles Spielzeug erkoren hatte) und da standen unsere beiden zusammen mit uns davor sitzen auf dem Podest 🙂 Was für tolle Pferde!

Nachdem wir unsere Pferde zu Bett gebracht haben, sind Ines L, Ines D, Corinna, Jenny und ich noch etwas essen gegangen, um dort gemeinsam nette Augenblicke zu verbringen und die letzten Absprachen um das Turnier zu treffen. Danach zurück, den Pferden noch einen „Gute-Nacht-Schmatzer“ gegeben und ab ins „Bett“. Aus unserem Auto hatten wir noch Blick auf ein Feuerwerk irgendwo über Hamburg.
 
Am nächsten Morgen wurden wir sanft vom Trecker geweckt, der den Turnierplatz noch einmal gewässert und abgeschleppt hat. Nach einer Katzenwäsche und einem Frühstück to go haben wir unsere Pferde versorgt und ihnen auch die Möglichkeit gegeben, sich zu bewegen, wenn auch nur an der Hand.

Um 9.00 Uhr begann die erste Prüfung, die H 1, bei der ich mit Corinnas Kamera Fotografin gespielt habe. Ich hoffe, es sind schöne Bilder entstanden! Da Jenny mit Jairami in der H 1 starten wollte, musste ich einen völlig hysterischen Sahabi aus der Box zu mir holen (er hat sich so sehr in der Box aufgeregt, als seine Jairami war weg). Nach Jennys Prüfung hat sie ihn dann wieder mitgenommen. Ich habe viele schöne Pferde und tolle Prüfungen gesehen.

Nach der H 1 kam die KB 1, der ich dann kurzfristig als Beisitzerin beiwohnen durfte. Die Kamera habe ich an Jenny übergeben. Mannomann, was für ein Erlebnis! Während der Prüfung habe ich immer mehr erkannt… 🙂
Habe ich am Anfang noch gedacht, was ich da soll und nur stumm meinen Kommentar gedacht, während Ines D ihre Kommentare abgegeben hat. Ines, das hast Du echt toll gemacht und Du kannst echt super formulieren! So konnte ich zum Ende der Prüfung auch schon ein, zwei Mal mehr meinen Kommentar dazu geben *freu*!!!
Auch hier haben wir viele unterschiedliche, tolle Pferde gesehen (von Welsh-Pony über Norweger, Holsteiner bis hin zum P.R.E.).

Es ist so viel in der Zwischenzeit passiert, dass ich gar nicht mehr sagen kann, was ich in der Pause gemacht habe. Ich weiß, dass ich viele Fragen zu unserem Verein, zu unserer Zusammenarbeit mit den Pferden und zu Sahabi beantwortet habe. Ich wurde mehrmals auf ihn angesprochen, wie schön er ist und wie gut er für einen Vollblut-Araber aussieht *da strahlt mein Herz*! War es mit seinem Körperbau und seiner Bemuskelung vor drei Jahren doch noch gaaaaanz anders! Ich bin so stolz auf meinen Hübschen!!!

Während die KB 2 stattfand, habe ich Sahabi für unsere erste Prüfung des Tages hergerichtet. Dadurch habe ich leider nichts von dieser Prüfung mitbekommen. Von der Schweren Kür habe ich auch nur gering etwas mitbekommen, da ich diese Zeit zum Abreiten genutzt habe.

Ich bin in der Leichten Kür gestartet und hatte zum zweiten Mal mein Glitzer-Kostüm (welches ich extra für die Messe Pferd & Jagd 2012 gekauft habe) an. Sahabi habe ich klassich-barock, mir angepasst in schwarz/gold,  „angezogen“. Zusammen haben wir zu Musik-Ausschnitten aus den Songs aus Ocean’s 11, welche meiner Meinung nach mein Casino-Motto am Besten rüberbrachten, einen tollen 2. Platz belegt, obwohl Sahabi sich ständig mit seinem „Ziegen-„Gewieher“ (er kann’s halt nicht anders…) aufplusterte. Naja, Jairami hat ihm ja auch noch aus der Box geantwortet, wie gemein.

Unsere zweite Prüfung haben wir zusammen mit Jenny & Jairami in der Offenen Kür der Reitweisen gezeigt. Unser Wunsch war es, zu zeigen, wie vielseitig man auch mit einem Halsring arbeiten kann. Daher kam unser Name für diesen Auftritt: „Variationen der Ringe“. Und welche Musik passt besser zu Halsringen als die besten Musikausschnitte aus „Herr der Ringe – Die Gefährten“? Jairami hatte erst das vierte Mal einen Halsring um und Sahabi habe ich das erste Mal in der Öffentlichkeit mit Freiarbeit gezeigt. Jenny kam geritten in die Prüfung und Sahabi durfte den Zuschauern und Richterinnen unser gemeinsames Vertrauen beweisen, indem er mit abgdeckten Blickfeld neben mir her in die Prüfung kam. Jenny & Jairami haben zuerst die gerittenen Möglichkeitenn gezeigt. Im Verlauf der Prüfung ist sie abgestiegen und hat noch Spanischen Schritt und die Arbeit mit dem Podest gezeigt. Sahabi und ich haben erst von unten gezeigt, was alles so möglich ist, wie galoppieren, freies Steigen, Küsschen geben usw., im Verlauf der Prüfung bin ich noch aufgestiegen und habe auch hier galoppieren und ein bisschen Spielen gezeigt. Gemeinsam haben wir einen tollen 6. Platz belegt. Auch in der Offenen Kür gab es viele und nie die gleiche Reitweise zu sehen. Es hat wieder riesen Spaß gebracht zuzuschauen, was die anderen Teilnehmer mit ihren Pferden so alles machen können und wie viel Spaß sie dabei haben!

Nach der Siegerehrung haben wir dann alle langsam angefangen aufzuräumen, Sachen zu packen, Hänger und Autos wieder voll zu stopfen und alles so sauber wie möglich zu hinterlassen.

Nach ein paar Minuten Klönschnack zum Schluss sind dann alle aufgebrochen. Ich war, nachdem wir zu Hause waren, einfach nur noch platt! Irgendwann im Bett angekommen, habe ich mich nur noch umgedreht und geschlafen. Dieses platt sein hat auch noch ein paar Tage angedauert. So langsam bin ich wieder voll funktionsfähig. Eine Erkältung habe ich aber wohl als Zusatzehrenpreis mitgenommen 🙁

Ich blicke auf ein gelungenes, schönes Wochenende zurück. Welches ohne die Hilfe aller Hände nicht so schön geworden wäre. Vielen Dank an alle: Helfer, Reitstall Kröger, Vorstands“kollegen“, Zuschauer, Teilnehmer, Pferde, dem Team Légèreté und allen anderen!“

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Und ein (etwas längerer…) Bericht von Ines Diepenbruck:

„Das 4. Hausturnier des Teams… mein drittes im Team… und jedes war anders!
Bei meiner ersten Teilnahme musste ich irre kurzfristig umdisponieren, da Sureña morgens vor dem Losfahren Durchfall bekam und somit zu Hause bleiben musste. Ich ritt kurzerhand Corinnas Joya. Mein zweites Hausturnier war das bisher scheinbar ‚planbarste‘, denn dort lief alles so wie gewollt. Dieses Jahr, meine dritte Teilnahme beim Team-Turnier, sollte sowohl ‚kurzfristig umdisponieren‘ als auch ‚wahnsinnig aufregend‘ beinhalten.

Aber von vorne… genannt hatte ich mit Sureña die schwere Handarbeit (ich wurde quasi dazu verdonnert von Corinna „nenn das mal“, obwohl ich eigentlich vorhatte, mich vor der Arbeit an der Hand zu drücken), die schwere gerittene Prüfung, die Schwere Kür und die Offene Kür.
Was ich mal definitiv nicht genannt hatte war eine Richtertätigkeit! Die bekam ich aber trotzdem ganz kurzfristig auf’s Auge gedrückt. Oha!
Wenn Corinna schreibt, ich hätte mal verlauten lassen, ich wäre am Richten interessiert, dann weiß ich beim besten Willen nicht, wo sie diese Aussage her hat (oder wo ich war, als jemand in meinem Namen diese Aussage gemacht hat), denn ich habe mich bisher immer (erfolgreich) dagegen gewehrt.
Ich sah mich nie in einer Position, andere zu beurteilen, denn unter anderem auch durch nicht vorhandene Erfahrung im Bereich der Unterrichtserteilung fällt es mir einfach schwer, mal eben aus dem Ärmel zu schütteln, was man da sieht und wie man das einordnet. Tja, nun war aber durch den Ausfall von unserer eigentlich geplanten Richterin Not am Mann und so blieb mir nichts anderes übrig (ausser Boykott, und dazu neige ich nicht).
Ich schaute also als ‚Crashkurs‘ noch die wenigen Tage vor dem Turnier youtube-Videos rauf und runter an (danke dafür an jeden Hans und Franz, der meint, seine Prüfungen/Küren etc. online stellen zu müssen… Ihr habt mir sehr geholfen!) und hatte zumindest ein bisschen das Gefühl, schneller im ‚Sehen‘ und ‚Beurteilen‘ zu werden. Auch kramte ich sämtliche Protokolle meiner aktiven Turnierzeit wieder heraus und klaute Ideen und Anhaltspunkte (Corinnas Kommentar zu dem Zettel… „Naja, sehr FN-typische Kommentare“… jaaaaa, hallo, da kamen die Teile ja auch her… hilft ja nix, ich brauchte wenigstens ein bisschen was zum Spicken…). Wohl fühlte ich mich in meiner Haut trotzdem nicht.

So, kommen wir dem Turnier mal näher und bleiben nicht nur bei der Vorbereitung… Im Normalfall dauern meine Berichte derzeit ja schon alleine deswegen etwas länger, weil es so verflucht lange dauern kann, mit der Stute erst mal von Punkt A (heimatlicher Stall) zu Punkt B (Veranstaltungsort) zu kommen. Noch eine Woche vor dem Hausturnier beim Verladetraining wurde mir ganz anders, denn meine zuckersüsse, herzallerliebste, zickige Ibererdame meinte, nachdem sie einmal artigst auf den Hänger gegangen war, dass dies absolut ausreichen müsse… Und stellte mich in der Folge vor eineinhalb Stunden Theater vom Feinsten. Rien ne vas plus. Nichts ging mehr.
Ein paar Tage später hatte ich meine Verlade-Trainerin da und wir stellten noch mal die Verhältnisse klar. Trotzdem war mir doch leicht flau im Magen als es an’s Verladen ging. Doch siehe da… Sureña zögerte nur kurz, als sie halb auf dem Hänger war, stieg dann aber doch artig ein. Puh! Klappe zu und los.

Auf dem Weg traf ich mal wieder (wie schon auf dem Weg nach Hannover zur Messe 2012) Jenny und Sandra und so fuhren wir den Rest der Strecke Kolonne. In Altengamme angekommen wurden wir von Ines L begrüßt und eingewiesen. Von der ersten Minute an konnten wir uns absolut wohl fühlen auf der Anlage. Alle waren freundlich, nett und hilfsbereit. Jeder hatte ein Lächeln auf den Lippen. Toll. Diese Atmosphäre zog sich bis zum Ende der Veranstaltung durch. Das war einfach nur schön und entspannend. Ines L hatte fantastische Organistationsarbeit geleistet, die Boxen waren vorbereitet inklusive Boxenschilder und allem, was dazu gehört. Ein großes Danke dafür!

Sureña fühlte sich auch gleich wohl in der Box, das war alles in Ordnung (wo’s Essen gibt ist die Welt für sie sowieso erstmal in Ordnung). Ich zeigte ihr noch den Paddock vor ihrer Box, der erst interessant wurde, als sie das zarte Grün sah, dass zwischen den Steinen hindurchragte… so ist sie halt, die Süsse 🙂

Wir gingen abends noch gemeinsam Essen, bevor ich nach Hause fuhr. Die Nacht war gefühlt kurz und unruhig… Die Gedanken kreisten ganz schön um die bevorstehende Aufgabe. Corinna und ich hatten beschlossen, dass ich die erste Prüfung (H1) in ihrem Beisein richten würde. Auf dem Weg zum Richtertisch fragte Corinna mich, ob ich aufgeregt sei… Ja verdammt, das war ich. Sie zog mir gleich mal den Zahn, allen Leuten gerecht werden zu wollen… „Das wirst Du nicht, das kannst Du nicht. Vergiss es.“ Na gut, erste Illusion gleich mal zerstört. Ich hatte schon vorher beschlossen, dass nicht mehr ging, als mein Bestes zu geben. Am meisten Sorgen machte mir der offene Kommentar. Ich weiß, wie Corinnas offener Kommentar ist und wie er sich auf der Seite des Prüflings anhört, diese Klarheit, die Sicherheit und die Tipps für’s Weiterarbeiten. Das war doch eine sehr hoch gelegte Latte. So stolperte ich mir in den ersten Kommentaren auch noch viel zurecht, hatte Schwierigkeiten zu formulieren und zu präzisieren… geschweige denn Tipps zu geben. Trotzdem riss mir Corinna nicht das Mikro aus der Hand, also war’s vielleicht nicht so schlecht. Beim Protokoll schreiben gab es auch mehr zu beachten, als ich gedacht hatte und ja, es wurde sehr klar, warum unsere Team-Protokolle sich anders (hilfreicher) lesen, als normale FN-Protokolle.
„Werd klarer. Was sollen sie verändern? Wie?“… „Nicht immer nur ‚gut‘ reinschreiben“ … „Mindestens zwei Worte… nach oben offen“
Puh! Einfacher gesagt, als getan.

Was das Richten noch erschwerte war die Kälte. Meine Güte, war das kalt! Der Wind zog über die Weiden direkt in unseren Rücken, und da wir bewegungslos in unseren Stühlen saßen, wurde es kalt und immer kälter (wenigstens konnte man mein Angstschlottern nicht mehr von Kältezittern unterscheiden *lach*). Irgendwann brachte Jenny uns Decken, Fleecedecken, oh, Wärme! Wir mummelten uns also richtig dick ein und dann schien die Prüfung erträglicher zu werden, was die Temperaturen angeht. Zwischen der ersten und der zweiten Prüfung riss dann der Himmel auf und ab da wurde es warm. Die Decken blieben trotzdem an ihrem Platz, denn der leichte Wind machte es doch schnell wieder frisch, aber ab da war es deutlich schöner.

Die zweite Prüfung (KB1, einfache gerittene) war ich auf mich gestellt, Corinna ging ihre Jungs vorbereiten. Ich krallte mir spontan Sandra, die mit mir den Richtertisch komplettierte. Irgendwann meinte sie zu mir „wie Du das so formulieren kannst…“ – da lachte ich nur und meinte „ich hab eben zwei Stunden neben Corinna gesessen und mir Tipps geben lassen… und die würde vermutlich trotzdem noch weinen angesichts meiner Stümperhaftigkeit“. Konnte sie aber nicht, denn sie war ja weg. Was die Sache einerseits verkomplizierte (denn nun war da niemand Erfahreneres als ich, den ich noch mal fragen konnte, das war jetzt meine Entscheidung) und andererseits erleichterte (denn ich schielte nicht mehr rüber, sondern machte, wie ich meinte). Die gerittene Prüfung fühlte sich vom Richten her leichter an, sicherer und schon besser. Formulierungen wurden flüssiger und ich fand auch mal schöne Abschlüsse für die Kommentare. Mein Richterfazit: es war keine Katastrophe und ich habe wie geplant mein Bestes gegeben… mehr ging nicht.

Nach der KB1 machte ich mich dann auch flugs auf den Weg zum Stall, wo meine Süsse schon erwartungsvoll die Stallgasse entlang schaute. Frei nach dem Motto: bin ich jetzt mal dran? … Ja, geht schon los! Ich flocht also mal eben schnell (der Übung sei Dank, dauert dies inzwischen wirklich nur noch wenige Minuten) und befestigte Mähnenbänder, zog mich um und Sureña an und fühlte mich gehetzt. Aus geplanten 30 Minuten Abreiten wurden 20 und schließlich 15, bis ich dann tatsächlich auf dem Pferd saß. Auf dem Platz angekommen fühlte sich Sureña einfach nur fantastisch an, locker und durchlässig, weich im Hals. Ich testete gar nicht viel, fragte nur ein paar Schlüssellektionen ab und bekam trotzdem mehr und mehr das Gefühl, dass der Sprit ausging. Oha. Der Platz war recht tief und anstrengend, aber so viel hatte ich doch gar nicht gemacht. Ich brach also das Abreiten quasi ab und verlagerte mich mehr auf’s Warten. Corinna begann die Prüfung mit Fàsci… ein Wahnsinn, was dieses Pferd noch immer aus sich herausholt, und wie geschmeidig er in weiten Teilen dabei noch aussieht. Ich vermutete schon, dass diese Messlatte für uns unerreichbar werden würde.

Sureña begann witzig und überdreht… sie bot beim Gruß spontan mal das Steigen an, was ich eigentlich erst als Schlussgruß für die Kür geplant hatte, danach war sie allerdings wieder sehr konzentriert. Die Schlangenlinien in Rechts- und Linksstellung gelangen ziemlich gut, auch das Schulterherein und Travers im Schritt war ok, mit dem Kurzkehrt war ich persönlich gar nicht so zufrieden wie Ines L, die diese Prüfung richtete, aber na ja…
Dafür war ich zufriedener als die Richterin mit Schulterherein, Travers und der späteren Traversale im Trab. Für unsere Verhältnisse waren die nämlich verdammt gut! (So äffte ich ein „könnte flüssiger sein“ nach, als ich das Protokoll las, woraufhin Protokollschreiber und Mitrichter in Deckung gingen während ich anfing zu lachen und meinte: „Leute, ich bin froh, dass da nicht steht ’nicht gezeigt‘ oder ähnliches“)

Je länger die Prüfung dauerte, desto mehr hatte ich das Gefühl ‚hü‘ machen zu müssen, es wurde gefühlt weniger und weniger, was Sureña anbot…
Sprit alle. So war ich wirklich froh, als die Aufgabe beendet war und wir Pause hatten.

Joyas Auftritt sah ich nicht, da ich die Pause dazu nutzte, mich schnell für die Kür umzurüsten. Für die Siegerehrung war ich wieder da… und nicht überrascht, Corinna und Fàsci als Siegerpaar zu gratulieren. Von dem, was ich gesehen habe, absolut verdient. Unser zweiter Platz fühlte sich aber sehr gut an. Keine perfekte Vorstellung aber so ziemlich das, was wir derzeit können mit wenigen Unstimmigkeiten aber leider auch wenig ‚hü‘ 🙂

Das Abreiten für die Schwere Kür schenkte ich mir mal so ziemlich in Anbetracht der Tatsache, dass ich Sprit-Sorgen hatte. Jaaa, hätte ich mal…
Der Beginn war gut, eine Schritttraversale zur Grußaufstellung, die wirklich mal schön gelungen war. Jawohl! Ich hatte eine für mich unkonventionelle Kür gebastelt. Bisher begannen meine Küren immer im Trab, mit dem Schritt als Mittelteil und anschließendem Galopp. Diesmal tauschte ich Trab und Galopp aus. Wir starteten also mit dem Galopp. Hier war noch wirklich wenig vorwärts und ich machte mir echt Sorgen um die doch relativ langen Aussengaloppphasen, die für uns beide generell noch kräfteraubend scheinen. Die erste brach auch früher ab als gewollt (der Linksgalopp als Aussengalopp ist auch noch nicht so sicher wie der Rechtsgalopp), aber gut, man kann nicht alles haben. Der direkt im Anschluss folgende Rechtsgalopp mit langer Aussengalopptour war anstrengend. Ich sprach auf der Wechsellinie viel mit meiner Süssen, ermutigte sie, das durchzuhalten, dass der anstrengendste Teil gleich geschafft sei. Und sie kämpfte mit und hielt durch. Auch nach der Erfahrung der ersten Prüfung war ich froh, den Galopp nach vorne gelegt zu haben, um nicht komplett erschöpft zum Schluss im Dreitakt abzusaufen 🙂

Nach dem Galopp der Schritt. Zu diesem Zeitpunkt jagte ich gefühlt der Musik hinterher, der Übergang war dementsprechend fahrig und unsauber auslaufend. Im Schritt dann wurde es witzig… Sureña war sehr bergauf orientiert… also bergauf auf zwei Beinen. Ich versammelte für ein Schulterherein und bekam prompt ein Steigen angeboten… und noch eins… und noch eins. Ich lachte also eigentlich gefühlt nur noch und versuchte, ihr zwischen dem Lachen noch ein „später“ zuzuwerfen. Die Geister, die ich rief… Das ist nun mal so, wenn man eine Lektion noch nicht so lange im Programm hat, ein völlig begeistertes und mitdenkendes (aufmerksamkeitsheischendes) Pferd hat, da bekommt man mal Dinge geschenkt, die man gar nicht haben wollte. Trotzdem war’s genial.

Durch die „leichten Unstimmigkeiten“ wie’s im Protokoll hieß, hatte ich mehr und mehr das Gefühl, meiner Musik hinterher zu eilen. Ich verlegte also meinen Wechselpunkt vom Schulterherein in’s Kurzkehrt kurzerhand nach vorne und kürzte gleich noch ein bisschen die Ecke ab. Der Spanische Schritt an der (vorverlegten) kurzen Seite war dann einfach nur toll. Den bekommen wir noch nicht regelmäßig hin und in der Generalprobe drei Tage zuvor hatte Sureña diesen nahezu komplett verweigert mit albernem Theater und „Du hast mich gehauen, jetzt brech ich über die Seite aus“ und überhaupt…
Hier war er auf einmal da, kam schön und zuverlässig. Eines der Highlights dieser Prüfung für mich!
Tja, und dann hörte die Schrittmusik nicht auf… Wohl doch zu viel abgekürzt. Das Schöne an Küren ist ja, es weiß niemand. Ich machte also mal kurzerhand mit… – öhm, Renvers oder Travers, ich erinnere mich nicht – an der langen Seite weiter und wartete auf den Musikwechsel, nutzte diesen zum Antraben im Seitengang. Danach war ich allerdings auch ein bisschen raus aus der eigentlich geplanten Kür, fragte mich, was als nächstes kommen sollte, ritt an C vorbei und dachte, ja die Mittellinie wär’s gewesen… na ja, Improvisation halt. Ich verlegte meinen Mittelzirkel zum normalen Zirkel vor, verlängerte die Tritte, versuchte mich nochmal an einer Dehnungshaltung und riss dann quasi noch das Steuer zum Schlussgruß rum (nicht an der geplanten Stelle). Und dann lauerte mein Stütchen schon auf den Schlussgruß. Sie kam sofort hoch in ein fantastisches Steigen, was mir doch mal wieder leicht den Atem verschlug mit der Höhe; so ganz gewohnt bin ich das einfach noch nicht… vor allem nicht, wenn sie SO hoch kommt. Und sie stand. Bombensicher und kerzengerade. Und sie stand… Und sie kippte leicht nach vorne und zog sich dann noch einmal wieder hoch. Nicht enden wollende (sollende) Momente… Und so schön!

Trotzdem war ich mit vielen Teilen der Kür eigentlich nicht zufrieden. Wie immer gab es Glanzmomente, die herausstachen, und dann aber auch Teile, die wir deutlich besser können. Der dritte Platz war absolut gerechtfertigt und gut.

Eigentlich sollte ich im Anschluss an die Kür nun noch die Leichte Kür richten, aber wir disponierten kurzfristig um. Ich war den anderen wohl zu langsam, weil ich einfach noch ein paar Minuten mehr zwischen den Vorstellungen brauchte, als man mir geben wollte. Hatte ich Essen und Hunger erwähnt?
Ines L übernahm also kurzentschlossen meinen Part und ich hatte tatsächlich ein paar Minuten Zeit zum Luftholen… Puh. Einmal atmen.

Für die Offene Kür musste ich nichts vorbereiten. Ich hatte einmal mehr meine Freiarbeit mitgebracht. Warmmachen wollte ich hier sowieso nicht mehr, also hatte ich in Ruhe Zeit, mir die ersten Küren anzuschauen, während Sureña sich begeistert auf das Gras stürzte, dass unter ihren Füßen wuchs. Ein Motivationsschub?

Corinna und die Garrocha… Hiervon sah ich noch nicht alles, aber das was ich sah –  wie immer ohne Worte und einfach gelungen.
Anschließens Steffi mit Rein und Lasse, diese Nummer kannte ich ja nun aus Schnakenbek und was soll ich sagen, sie haben sich noch einmal gesteigert. Allein, dass Steffi Rein nun ohne Sattel und nur mit Halsring ritt war ein Step-up. Diese Arbeit, diese Harmonie zwischen den dreien ist toll anzusehen. Der Gehorsam, den Lasse an den Tag legt, fantastisch. Eine wahrlich schöne Vorstellung!
Corinna kam mit Joya zurück ins Viereck für die Handarbeit – schön und harmonisch, sehr abwechslungsreich zwischen Dynamik und Ruhe.
Sandra und Jenny mit Sahabi und Jairami zeigten im Anschluss daran eine Halsring-Kür, bei der sie teilweise vom Boden aus und teilweise gerittene Lektionen zeigten. Genau wie Corinna in ihrem Bericht geschrieben hat, fehlte auch mir ein wenig der Zusammenhalt der beiden. Auch ich hätte mir mehr Pas-de-deux Charakter gewünscht – gerade weil man weiß, wie akkurat die beiden im Pas de deux sind. Trotzdem eine schöne, saubere Vorstellung, die Lust auf mehr macht 🙂

Und nun waren Suraña und ich dran. Schon bei den ersten Tönen meiner Kürmusik spürte ich die Wirkung. Diese Musik verkörpert nach nur drei Auftritten für mich so sehr diese Kür, diesen Reiz und diese Freiheit. Ich fühlte richtig, wie alles andere von mir abfiel und ich mich nur noch auf Sureña konzentrierte… Allerdings fühlte ich auch, dass diese Kür lustig werden könnte, denn mein Stütchen driftete derweil mal ansatzweise von mir weg. Nach dem Gruß der Spanische Schritt… nur angedeutet, nicht so richtig schön, wie wir ihn eigentlich zeigen können. Dafür war die Traversale im Schritt gut. Die fühlte sich wirklich schön und sicher an. Die Arbeit auf freier Linie war klasse, da war meine Süsse (im Schritt noch) voll bei mir. Der Beginn im Trab war auch sehr ausdrucksvoll und sicher, die freien Linien nicht ganz so… Sureña driftete mal wieder beiseite („ich bin dann mal…“), aber blieb noch so, dass ich sie mit einer Gerte unter dem Hals erwischte und so zu mir zurückholte. Der Galopp… schön und dynamisch… allerdings auch hier driftete das Stütchen der Freiheit entgegen. Der Übergang dauerte dann auch wesentlich länger als geplant und bis ich sie zum Steigen abwenden konnte dauerte es dann auch. Das Freie Steigen war dann wieder gut. Als ich neben ihr stand, keuchte ich erstmal kurz, denn der Boden war… kräftezehrend. Hossa, wie anstrengend. Ich dachte nur noch „irgendwie auf’s Pferd“ und war froh, dass meine Ibererdame diesmal brav stehen blieb und auf mich wartete, denn sonst wär’s vielleicht schwierig geworden. Von da an lief alles wie am Schnürchen. Die Linienführung im Trab war super gut und ich durfte auch noch nach Schritt fragen… und dann wagte ich einfach etwas, was wir noch nie versucht hatten… eine Schritttraversale; ein bisschen Improvisation mit der Gertenhaltung und schon ging’s los… und es gelang! Ein Highlight dieser Prüfung. Der Schritt-Galopp-Übergang war noch nicht so perfekt, allerdings hatte ich diese Übergänge auch sehr lange nicht mehr geübt und schon zu Hause gelingen sie mal und mal eben auch nicht. Egal. Der Schlussgruß erfolgte, wie für diese Kür gewohnt, auf der Kruppe stehend.
Eine durchweg schöne Kür, mit der wir uns einen weiteren 3. Platz verdienten. Ich habe Ines nicht um diese Entscheidung beneidet, denn die gezeigten Küren waren so unterschiedlich und doch jede auf ihre Art und Weise hochwertig… Ich war froh, diese Entscheidung nicht selbst treffen zu müssen.

Und dann war es auch schon wieder vorbei. Alle Prüfungen waren beendet und alle Teilnehmer versorgt. Und wieder ging das große Schleppen los… Kostüme, Sättel, Trensen und was nicht sonst noch alles zum Hänger gebracht werden wollte. Dann natürlich noch der eine oder andere Schnack mit Freunden und auch (bisher) unbekannten Gesichtern, die das Ganze noch mehr in die Länge zogen. Und gefühlt war ich einfach nur noch platt und wollte nach Hause. Wir setzten uns trotzdem noch wenigstens ein paar Minuten zusammen und ließen die vergangenen Stunden Revue passieren.
Einheitliches Fazit: ein rundum gelungenes Hausturnier!

Der letzte knifflige Moment des Tages: das Verladen. Sureña war genauso müde wie ich, ging zum Hänger und schaute mich an „Muss ich?“ Ich schickte sie zur Rampe und sie überlegte kurz, Theater zu machen. „Maus, bitte, wir wollen nach Hause.“ Ein letztes Stocken und dann war sie oben.

Wie immer bin ich meiner Süssen sehr dankbar für die Erlebnisse, für die schönen Tage, die wir miteinander in Altengamme verbracht haben. Es war anstrengend für uns beide, aber wie immer nehmen wir mit Sicherheit beide Erinnerungen mit, die uns weiter zusammenschweißen.“

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