5.-7. September – 1. Hamburger Pferdemarkt

Auf der schon legendären Horner Rennbahn wurde der 1. Hamburger Pferdemarkt ausgerichtet. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Zuschauerzahlen die Erwartungen der Veranstalter erfüllt haben, aber vielleicht hätte hier im Vorwege auch einfach einiges anders laufen sollen. Zudem hat einige der Begriff „Pferdemarkt“ abgeschreckt, sahen sie vor ihrem geistigen Auge abgemagerte Klepper in Reihe dort stehen…

Das war es nicht, aber der Homepage war zuvor auch nicht wirklich so richtig das zu entnehmen, was es denn schließlich war. So war dieses Erstlingswerk in vielerlei Hinsicht „überraschend“.

Unsere Pferde hatten eine wunderschöne Ecke, L-förmig, mit Rasen davor und eigenem Teich, wahrlich idyllisch in der Sonne gelegen, wenn sie denn schien. Die fest installierten Rennbahn-Boxen lassen zwar innerhalb der Box keinen Sichtkontakt zu, was nicht alle toll finden, aber sie fanden sich alle damit ab. Wir hatten einen Wasseranschluss zum Waschen direkt an den Boxen und für alles Platz genug. Das war wirklich großartig, so gut haben es unsere Pferde selten, was für zwei Nächte natürlich toll war.

Unsere Leserin Naomi hatte es schwer – wo immer sie auch saß, sie hörte sich mit minimaler Verzögerung selbst, sobald sie ins Mikro sprach. Wer das kennt, weiß, wie furchtbar das sein kann, noch dazu, wenn man nicht ständig in Mikrofone sabbelt.
Sie tat ihr Bestes, am Sonntag machte sie es auch ganz schön gut, aber insbesondere bei den ersten Schaubildern verdoppelte sie ständig die Silben und einzelne Wortfetzen, so dass unterhaltsame Worte dabei herauskamen. Sie tat uns wirklich Leid, hier konnte auch leider bis zum Schluss keine Abhilfe geschaffen werden.

Für Freitag Mittag war eine Parade angesetzt (mit 200 Pferden, von denen zum Glück nur ein Bruchteil tatsächlich kam – 200 Pferde wollten wir uns auf diesem Platz nicht gleichzeitig vorstellen…).
Wir nahmen mit drei Pferden und zwei Flaggenträgern daran teil, waren doch direkt zuvor unsere neuen Team-Légèreté-Fahnen angekommen und wollten eingeweiht werden!

Dabei waren: Jenny Kubina und Sandra Hoppenrath mit den Team-Fahnen, und zu Pferde: Steffi Krieger mit Rein, Einhorn Joya und ich und Ines Diepenbruck mit Sureña:
parade

Im Anschluss an die Parade kommentierten Carlo von Tiedemann und seine Tochter Theresa die Rasse-Show.
Das war unterhaltsam, allerdings von manchen Pferden her eher langweilig und von Carlo aus anfangs langatmig, bis dann einfach ein Pferd nach dem anderen ins Viereck geschickt wurde, was die Sache positiv beschleunigte. Carlo von Tiedemann gab uns jeweils das Mikro. Die Vorstellung von Corinna und Joya gehörte sicherlich zu den unterhaltsameren. Wir hatten unseren Spaß!
Hier nahmen teil:

Corinna und Joya (unser Einhorn…):
einhorn2

Ines mit Sureña:
rasse1

und Sandra mit Sahabi al Tajara und Jenny mit CT Jairami:
rasse2

Nach der Rasse-Show startete das Showprogramm, das an diesem Tag bis immerhin 21.00 Uhr geplant war. Allerdings waren viele der Show-Teilnehmer noch gar nicht da, so dass das Programm etwas sparsam ausfiel und immer wieder von Pausen durchzogen war.
Wir beschlossen, nachdem man sich an zuvor angesagten Zeiten so überhaupt gar nicht mehr orientieren konnte, einfach zu machen, was wir wollen, und so ließen wir über die Tage verteilt das eine oder andere Schaubild weg und stellten täglich die Reihenfolge um. Das klappte problemlos und verschaffte uns und unseren Pferden ein wenig Luft.

Am Freitag zeigten wir zuerst die Arbeit an der Hand – allerdings auch nur dieses eine Mal, obwohl täglich geplant, aber der Boden war für die “Fußgänger” eine Katastrophe. Und einige von uns mussten in anderen Schaubildern ohnehin noch genug zu Fuß gehen durch die Arbeit an der Hand oder am Langen Zügel.
Also beließen wir es bei der Freitags-Variante, die allerdings mit vier Pferden sehr schön gelang.
Dabei waren Joya (Corinna), Sureña (Ines), Sahabi (Sandra) und Jairami (Jenny).
Wie immer zeigten wir zuerst die klassischen Seitengänge in der Abteilung, danach – jeder so, wie das Pferd es kann – verschiedene Lektionen und Möglichkeiten der Arbeit an der Hand.

a
Unsere Abteilung im Schulterherein

a9
Ines und Sureña

a8
Sandra und Sahabi

a7
Jenny und Jairami im Spanischen Schritt

a5
Corinna und Joya in der Galopp-Pirouette

Wir waren begeistert von unseren Pferden und freuten uns auf das “Barocke Ensemble”.
Hier kam noch Steffi mit ihrem Rein dazu – natürlich im Damensattel.
Zum Teil wechselten wir noch innerhalb des Schaubildes die Arbeitsweise –
also im Prinzip “barocke Variationen”
:-)

Joya und Corinna, anfangs mit beidhändiger Zügelführung, hier im Schulterherein im Trab:
bf2

Ines stellte Sureña zuerst in der Arbeit an der Hand vor:
bf7

Sandra & Sahabi und Jenny & Jairami (S & S + J & J…) im Pas de deux:bf4

Steffi und Rein – Reiten im Damensattel:
bf6

Ines mit Sureña am Langen Zügel:
bf8

Sandra & Jenny in der Arbeit an der Hand:
bf5

Corinna und Joya, nun einhändig blank, in der Galopp-Pirouette:
bf1

Steffi und Corinna geben Gas – wir haben Spaß, wir haben Spaß!
bf3

Das war schon einmal richtig gut gelaufen, die Pferde spielten toll mit.
Das Wetter war ein wenig durchwachsen, was uns aber überhaupt nicht schocken konnte.
Die “Herrinnen der Ringe” standen noch aus, dieses Schaubild war ursprünglich nur für den Freitag geplant.

Rein war flott unterwegs!
hf1

Joya mega entspannt auf seinem Podest …
hf6

Sahabi: “Bäääähhhhhh!”
hf7

Ines legt Sureña zum ersten Mal unsere neue Team-Flagge über den Kopf
hf2

Jenny zeigte mit Jairami, wie man anfängt – noch sicherheitshalber mit einer Zäumung.
Die allerdings musste sie nicht benutzen, Jairami blieb cool.
hf5

Corinna und Joya
hf4

Was uns vorher nicht wirklich klar war: der Effekt, den unser Halsring-Schaubild hier hatte. Da kaum weitere Schaubilder zu später Stunde vor Ort waren, machten wir nach dem Barocken Ensemble direkt für dieses Schaubild fertig und hatten nur ein anderes zwischen unseren Bildern. Die Zuschauer sahen also genau die Pferde, die sie gerade alle im Barocken Ensemble gesehen hatten (“ja, mit Kandare könnte ich das auch…”) nun mit Halsring. Und genau diesen Effekt nutzten wir daraufhin auch am Wochenende – das kam einfach gut! Zudem wollten wir für uns diesen Spaß auch an den nächsten beiden Tagen haben und ihn unseren Pferden gönnen. “Herrinnen der Ringe” war in wenigen Minuten zu unserem erklärten Lieblings-Bild geworden. Gut, vielleicht nicht unbedingt auch Steffis Lieblings-Bild, sie wäre ganz gerne ausgestiegen, nachdem Rein echt Speed gegeben hatte, wir ließen sie aber nicht aus der Nummer raus und erlebten so eine großartige Steigerung dieses Schaubildes von Tag zu Tag. Dazu gleich mehr.

Der erste – wahrlich nicht gerade erlebnisarme – Tag neigte sich dem Ende zu. Wir waren zufrieden, wussten nun so langsam, wie es hier läuft (oder auch nicht), hatten schöne Erlebnisse hinter uns und versorgten in Ruhe unsere fantastischen Pferde.

12

Am Samstag war das Wetter gar nicht immer soooo schön, aber wir waren gut drauf. Unsere Pferde auch.
Wir beschlossen, auch die Iberischen Impressionen komplett zu canceln, da wir alle Teile daraus auch in anderen Schaubildern zeigten und das unsere “Fußgänger” (und unsere Pferde!!) in dem tiefen Boden entlasten würde.

So begannen wir den Tag mit unserem “Barocken Ensemble”.

Auch an diesem Tag stellte Corinna ihren Joya anfangs mit beidhändiger Zügelführung vor:
bsa4

Sandra und Jenny waren zuerst wieder im Pas de deux zu sehen:
bsa7

Nun waren auch Nic und Merlin dabei. Zuerst in der Arbeit an der Hand:
bsa9

Ines stellte Sureña zu Anfang am Langen Zügel vor:
bsa3

Steffi war mit Rein natürlich im Damensattel unterwegs:
bsa1

Sandra und Jenny wechselten zur Arbeit an der Hand:
bsa10

Ines, Nic und Merlin zeigten die kombinierte Arbeit an der Hand – das hatten wir zum ersten Mal dabei – und wir werden es wieder mit reinnehmen! Eine weitere Arbeitsweise der klassisch-barocken Ausbildung…
bsa11

Corinna und Joya zeigten im zweiten Teil des Schaubildes wieder diverse Lektionen einhändig blank:bsa5

Nachdem uns am Vortag der tolle Effekt klar geworden war, den es haben kann, die eben noch auf Kandare gezäumten Barockpferde kurz darauf mit Halsring vorzustellen, hatten wir bewusst wenig Zeit zwischen dem Barocken Ensemble und den “Herrinnen der Ringe”.
Und wieder war das Gefühl großartig – wenn nicht noch besser als am Freitag!

Steffi und Rein
hsa3

Ines und Sureña
hsa12

Heute wagte auch Jenny, eine Team-Flagge mitzunehmen
hsa5

Sandra und Sahabi
hsa7

Corinna und Joya
hsa2

Danach hatten wir ein wenig Zeit, so richtig sowas wie eine Mittagspause!
Wir stromerten ein wenig herum und saßen bei den Pferden schön zusammen und waren extrem albern.
Wie es sich gehört.

15

17

Wir versuchten, für Naomi Möglichkeiten zu finden, dass sie sich im Mikro nicht immer doppelt hört.
Zufällig lag eine ganze Tüte Oropacks (die mit dem hohen Zuckergehalt) auf dem Tisch… :-)
16

Ines und Steffi absolvierten schließlich noch bravourös ihre beiden Solos – “Pure Freiheit” und “Pferd & Hund”.

pf

ph1

Unser letzter Auftritt am Samstag stand an – die “Variationen zu Pferde”.
Wir zeigten mit unseren sechs Pferden neun Reit- bzw. Arbeitsweisen.
Hier zeigt jeder für ca. 1,5 Minuten Elemente der jeweiligen Reitweise im möglichst typischen Outfit und zu passender Musik. Dann wechselt die Musik, die nächste Reitweise wird vorgestellt und beschrieben, und so weiter. Die vorgestellte Reitweise ist in der Platzmitte zu sehen, während die anderen außen herum bleiben oder sich für ihre nächste Reitweise umziehen – sehr schnell umziehen, wohlgemerkt.
Bei diesem Bild kann ungeheuer viel schief gehen, weil jeder auf den Punkt da sein muss, wo er sein soll. Hier klappte alles, die Variationen gelangen wunderbar und machten richtig Spaß.
Da war mal wieder zu sehen, dass es wohl kaum ein Team gibt, das eine ähnliche Vielfalt zeigen kann.
Zumindest nicht in so kurzer Zeit und mit so wenigen Pferden!

Ein Nickerchen auf der Garrocha – warten auf den Auftritt…
10

Corinnas erster Part mit Joya waren Lektionen der klassisch-barocken Reiterei, einhändig blank:v1

Danach zeigten Ines und Sureña Auszüge aus der Arbeit mit der Garrocha:
v3

Jenny und Sandra waren im Pas de deux zu sehen:
v6

Nic stellte Merlin zuerst in der Arbeit an der Hand vor:
v2

Steffi und Rein waren natürlich mit dem Damensattel zu sehen:
v7

Im zweiten Part spielte Nic mit Merlin:
v8

Danach zeigte Sandra das Reiten mit Handpferd:
v9

Ines hatte inzwischen auf den Langen Zügel umgerüstet:
v10

und Corinna und Joya machte den Abschluss mit Halsring und Fahne:
v11

Während Freitag und Samstag das Programm nachmittags und abends stattfand, war das Showprogramm am Sonntag auf den Vormittag gelegt worden. Nachmittags fand noch eine Auktion statt.
Für uns hieß das, mit den Pferden im Hellen nach Hause fahren zu können, da wir uns gegen eine Teilnahme an der Abschlussparade entschieden, von der wir erst morgens erfuhren. „Zeitnah“ könnte man sagen…

Wir zeigten noch einmal unsere Schaubilder und Steffi ihr Solo, das Wetter spielte mit, es waren endlich einmal wirklich viele Zuschauer da und die waren auch fachkundig und sehr applaudierfreudig.
Das machte so richtig Spaß!

Steffi, Rein und Lasse machten den Auftakt – und das Schaubild gelang deutlich besser als am Vortag:

ph2

Danach zeigten wir – wieder ziemlich dicht hintereinander – das “Barocke Ensemble” und die “Herrinnen der Ringe”.

Merlin reicht Nic die Gerte – wir haben so engagierte Pferde!
bso1

Wieder zeigten wir die verschiedenen Arbeitsweisen der klassisch-barocken Ausbildung.
Nic und Merlin begannen mit der Arbeit an der Hand:
bso4

Ines und Sureña demonstrierten die Arbeit am Langen Zügel:
bso9

Corinna und Joya, anfangs mit beidhändiger Zügelführung, in der Galopp-Pirouette:
bso13

Jenny und Sandra waren wieder im Pas de deux zu sehen:
bso16

Steffi beeindruckte einmal mehr im Damensattel:
bso6

Corinna und Joya im Spanischen Schritt, inzwischen einhändig blank:
bso8

Sandra und Jenny zeigten noch einmal Auszüge aus der Arbeit an der Hand:bso17

Ines, Nic und Merlin gaben wieder einen Einblick in die kombinierte Arbeit an der Hand:bso18

Und dann zeigten Corinna und Joya zum ersten Mal eine gerittene Laufcourbette vor Publikum!

bso12

Der elegante und der mächtige – Joya und Rein, Corinna und Steffi Hand in Hand
bso2

In den „Herrinnen der Ringe“ wurden wir reichlich tollkühn. Wir gaben dafür so richtig Gas.
Im Ernst – in diesem Schaubild sind wir echt gejuxt. Unsere Pferde waren zwar kopfstück-, aber nicht kopflos.
Es war einfach nur genial. Das Publikum hatte seinen Spaß, wir erst Recht, es war ein Bild voll purer Lebensfreude. Man sah den Pferden den Spaß an und uns den Spaß an unseren Pferden.
So soll es sein!

Ines und Corinna begrüßten die Zuschauer seitwärts
hso7

Sandra und Sahabi
h16

Steffi und Rein – keine Angst vor Tempo…
h10

Corinna und Joya – hier noch etwas gelassener…
h4

Jenny wagte zum ersten Mal, Jairami die Fahne über den Kopf zu legen:h9

Sandra und Corinna
h3

Und schließlich alle fünf nebeneinaner – was für ein geniales Gefühl!!!
h1

Und dann waren plötzlich alle weg.
Bis auf Joya – am anderen Ende des Showplatzes.
Da hatte Corinna wohl den Ausritt verpasst.
Und so ließ sie Joya richtig Kante geben…
h8

Da flog der Dreck! Wenn die bunten Fahnen wehen… 🙂
h6

Herrlich! Was für ein Spaß! Unser erklärtes Lieblings-Schaubild dieser Veranstaltung!

Noch einmal Variationen, und wir sahen keinen Grund, dass sie nicht ein zweites Mal gelingen sollten.
Das taten sie.
Wir zeigten die gleichen Reitweisen in der gleichen Reihenfolge wie am Samstag, und dann hängte Corinna sehr spontan noch eine weitere dran. Da die Abschlussmusik etwas länger dauert, war diese Spontanität machbar.
Ein toller Abschluss eines tollen Tages, die Schwierigkeiten im Vorwege verblassten – der Sonntag riss es wirklich raus.

va2

Ines begann die Variationen wieder mit der Garrocha:
va7

es folgte Corinna mit Lektionen der klassisch-barocken Reiterei, einhändig blank:va3

danach Sandra und Jenny im Pas de deux:
va8

gefolgt von Nic und Merlin in der Arbeit an der Hand:
va10

Steffi und Rein präsentierten das Reiten im Damensattel:
va9

danach spielte Nic mit Merlin – der wird immer schöner…
va1

im Anschluss zeigte Sandra das Reiten mit Handpferd:
va12

dann war Joya mit Halsring und “im Blindflug” zu sehen:
va11

danach Ines mit Sureña am Langen Zügel:
va13

sehr spontan legte Corinna dann noch eine kleine Freiheitsdressur ein:
va4

Glücklich und etwas überdreht brachten wir unsere großartigen Pferde weg und saßen noch einen Moment zusammen. Und dann gönnten wir uns noch einen Spaß – mit Gruppenzwang.
Bullenreiten…!!!

2

5

7

1

4

3

6

 

So hat Nic das Wochenende erlebt:

„Am Samstag reiste ich mit Merlin an, der freudigerweise super untergebracht wurde. Wie Corinna hier schon berichtete,war der Service der Mädels hervorragend. 
Da ich zum größten Teil mit Merlin Arbeit am Boden zeigte, hatte der tiefe Sand auf dem Platz mich
schnell an meine Grenzen gebracht. Nach dem Spiel mit Merlin in den Variationen hatte ich das Bedürfnis, in 
ein Sauerstoffzelt zu schlüpfen
🙂

Trotz alledem war mein „weißer Riese“ wieder einmal toll zu händeln. Im Barocken Ensemble saß ich anschließend auf und zeigte mit Ines, die neben uns ging, die Lektionen unter dem Sattel. Merlin war entspannt und wir konnten ihn bis zu vier Mal zu einer Piaffe auffordern.
Es waren zwei anstrengende, aber super schöne Tage.
Mädels, Ihr seid unglaublich klasse! Damit beziehe ich auch die Helfer mit ein!
So einen tollen Zusammenhalt mit unglaublich viel Fun findet man selten.
Ich freue mich auf die nächsten Male…
Und – an alle, die die Fotos von Merlin auf der Homepage von Corinna mitverfolgen oder dieses Pferd auch persönlich kennen: Wird er nicht immer schöner ??????“

6

.

Und hier der Bericht von Ines Diepenbruck:

„Der erste Hamburger Pferdemarkt im September 2014. Es war ein ganzes Wochenende angesetzt, von Freitag bis Sonntag. In der ursprünglichen Planung waren wir einmal ein 11köpfiges Team, doch dieses wurde mehr und mehr dezimiert, so dass wir schlussendlich mit 6 Pferden auf dem Pferdemarkt vertreten waren. 
Bis auf Nic reisten alle bereits am Freitagvormittag an. Sureña und ich waren die Ersten, die eintrafen und unsere wunderschöne Boxenecke beziehen durften. Mein Stütchen war wie immer völlig entspannt. Sie war alleine in den Boxen, kein anderes Pferd weit und breit, aber so lange Heu zum Fressen da war, war dies kein Problem.
Sie schaute mir munter beim Schleppen von Kostümen und Equipment zu, während sie in Ruhe fraß. Nach und nach wurde es voller in unserer Ecke und alle ‚unsere‘ Pferde zogen ruhig und entspannt ein.

Die Absprache mit den Organisatoren für die Eröffnungsparade ließ noch einige Fragen offen, die Abgabe der Musik wurde auch nervenaufreibend, da dort zwar die neueste Programmversion vorlag, jedoch nicht die, die unsere (Tage vorher gemachten) Änderungen enthielt. So schrieben wir dem Tonmeister seinen Programmzettel um, beschrifteten CDs neu und hofften, dass dies gut gehen möge. Man muss allerdings gestehen: unsere interne Wette, wie oft die falsche Musik zu unseren Schaubilden angespielt werden würde, hätten wir verloren.
Das klappte tadellos.

Die Parade mit 200 Pferden fiel doch etwas kleiner aus als geplant, wobei wir durchaus ganz froh darüber waren, denn so groß der aufgeschüttete Platz auch war, 200 Pferde hätte ich darauf nicht haben wollen. Zuschauermäßig… Freitag 15.00 Uhr. Während sich inzwischen viele Personen schon am Freitagmorgen um die besten Schnäppchen auf den großen, etablierten Messen tummeln, so konnte ein Erstlingswerk nicht diese Massen anziehen. Es blieb leider sehr ruhig. Gefühlt machten wir private Shows für ein paar wenige Gesichter – was nicht heißen soll, dass dies schlecht war, nur eben… kleiner.

Nach der Parade und der Rasseshow zeigten wir die „Arbeit an der Hand“. Mir war schon dann klar, dass dieses Wochenende in die Beine gehen würde. Wie immer war ich mit Sureña viel am Langen Zügel eingeplant und der Boden war unglaublich anstrengend. So schön der Platz auch war, er war frisch aufgeschüttet worden und da half kein Wässern und kein Walzen. Er wurde tief, je mehr Pferde ihn betraten.

Nach der „Arbeit an der Hand“ folgte das „Barocke Ensemble“. Wir standen an den Boxen, fertig zum Losreiten/-laufen, als Corinna sich zu mir drehte und kurz große Augen bekam. „Oh, hab ich dir eigentlich gesagt, dass Du heute erst in der Arbeit an der Hand bist und dann an den Langen Zügel wechselst?“ – „Öhm, nö…“
Aber „flexibel“ ist in solchen Dingen inzwischen mein zweiter Vorname. Ich wickelte also mal schnell den Langen Zügel zusammen, so dass ich an den Kopf kam und schon konnte es losgehen. Das Schaubild war gefühlt für mich etwas chaotisch, da ich nicht wusste, wann ich an den Langen Zügel wechseln sollte. Irgendwann fragte ich Corinna, als sie an mir vorbei ritt, und erhielt ein „Ja, kannst Du“ (Anmerkung von Corinna: Insider – bis dahin hatten wir beschlossen, wir machen, was wir wollen. Um genau zu sein sagte ich also: „Mach doch was Du willst!“) und dann hatte ich mich gerade zurückfallen lassen, als Naomi den Begleittext zur Arbeit an der Hand las. Ich gebe zu, ich fluchte kurz vor mich hin (Anmerkung von Corinna: hat keiner gehört), als ich mal eben so ganz schnell wieder nach vorne in die Position zur Arbeit an der Hand schlüpfte. Ich glaube, Sureña rollte auch innerlich mit den Augen. Dann wieder zurück an den Langen Zügel. Irgendwann tauchte Corinna mit Joya neben uns auf. Ich kenne ja langsam ihre Spontaneinfälle und so war ich nicht wirklich überrascht darüber, dass sie meiner Stute vorne ein bisschen Beine machte und zur Passage animierte. Sureña hingegen war schon etwas überrascht, machte erst mit, wurde dann aber doch unwilliger, mehr tun zu müssen, als sie sich jetzt gerade vorgestellt hatte. (Anmerkung von Corinna: Joya passagierte ihr zwar brav einen vor, aber vom Pferd aus war auch neu für sie. Da kann man schon mal seitlich abdriften.) Die Dame weiß schon sehr genau, womit sie durchkommt und womit nicht. 
🙂

bf8

Das letzte Schaubild dieses Tages wurden die „Herrinnen der Ringe“. Und schwuppdiwupp wurde dieses Bild zu unserem erklärten Lieblingsbild an diesem Wochenende. Wir sind ja inzwischen alle flexibel und so hatten von fünf Reitern plötzlich drei zusätzlich zum Halsring noch eine Flagge in der Hand. Und das war ein Spaß!
Zudem waren scheinbar genug Zuschauer am Viereck sitzen geblieben zwischen unseren beiden Bildern, so dass wir einen Wiedererkennungswert hatten. Eben noch waren alle in Protz und Prunk mit Kandare bewaffnet im Viereck und auf einmal zeigten wir teilweise ähnliche Lektionen, so ganz ohne alles (ein Halsring zählt ja für die meisten schon als „nichts“). Das dürfte schon beeindruckend gewesen sein. Eigentlich wollten wir die „Herrinnen der Ringe“ nur am Freitag zeigen, aber aufgrund der Platzverhältnisse und dem irren Spaßfaktor, den wir hatten, tauschten wir kurzerhand die geplante „Arbeit an der Hand“ an den kommenden Tagen gegen die „Herrinnen der Ringe“ aus. So. Jawohl. Wenn eh kein festes/fertiges Programm irgendwo geschrieben war, dann würden wir uns jetzt die Welt so machen, wie sie uns gefällt.

Am Abend kamen die fleissigen Helferlein – und hier sei noch mal eine Notiz von diesen Mädels gemacht: sie waren klasse, so unermüdlich. Schleppten Wasser, waren immer ansprechbar für Fragen, holten Heu nach, brachten dieses und jenes… Einfach großartig! Und versorgten noch einmal unsere Pferde, die sich sichtlich wohl fühlten.

Der nächste Morgen begann für mich früh. Ich fiel aus dem Bett und beschloss kurzerhand, einfach früher als geplant los zu fahren. So blinzelte mich der Aufpasser am Tor noch verwundert und müde an, als ich winkend auf die Rennbahn rollte. Ich fand schnell heraus, das ich offensichtlich sogar noch vor den fleissigen Helferlein angekommen war. Somit standen zunächst die üblichen Punkte: Füttern, Tränken und Misten auf dem Programm. Wir sind dies ja von den Messen gewöhnt, aber ich hatte fast den Eindruck, die Mädels fühlten sich ihres Jobs beraubt… ooops. Egal, sie kamen dafür später vermutlich ein paar Mal mehr mit Gießkannen zum Tränken an.

Das Programm begann für uns erst spät an diesem Tag. Erst nachmittags sollten wir unsere Schaubilder zeigen. Langes Warten. Wir latschten über die Bahn, durch die Markthalle und waren schneller wieder bei den Pferden als wir gedacht hatten. Noch ’ne Runde? Vielleicht was zu Essen holen? Oder bei den Verkaufspferden zuschauen? Die fleissigen Helferlein kamen vorbei um das Programm des Tages abzusprechen, welches wir ihnen kurzerhand noch einmal veränderten (einige Änderungen hatten wir schon am Tag vorher angegeben, andere machten wir noch spontaner direkt in der Minute).

Irgendwie brachten wir auch die vielen Stunden bis zum Anfang unseres Programms rum und so ging es dann auch los. Zunächst mit dem „Barocken Ensemble“, was Sureña und ich zunächst am Langen Zügel zusammen bestreiten würden, bevor ich sie an unsere eigenen Helferlein abgeben und Nic in der kombinierten Arbeit an der Hand unterstützen würde. Ich warnte Svenja noch, dass Sureña möglicherweise komisch schauen würde, wenn ich sie mitten im Schaubild raus und an jemand anderes übergeben würde, doch meine Stute ließ das alles entspannt über sich ergehen – sie war wahrscheinlich froh über diese Auszeit. Nic versuchte derweil mit zitternden Beinen auf Merlin zu kommen. Fertig sah sie aus, was nicht an blank liegenden Nerven lag, sondern an der Luftknappheit die durch den Boden und ihre Arbeit an der Hand ausgelöst wurde. Ich konnte es ihr nicht verdenken, ging es mir ja ähnlich, aber inzwischen hat Corinna vermutlich lange genug auf mich abgefärbt und ich halte das fast noch mit einem Lächeln auf den Lippen aus, bis das Schaubild vorbei ist. (Anmerkung von Corinna: Brav, die Gute!)
Also, wieder rein ins Viereck und los. Erstmal im Schultervor, ein bisschen Spanischen Schritt und anderen Spielkram, dann gab Nic grünes Licht für eine vorsichtige Piaffe. Corinna hatte mich vorher gewarnt, ja vorsichtig zu sein, da Merlin hier sehr schnell aufdrehen könne. Tat er aber nicht. Brav, der Gute. Er setzte mehrere schöne Piaffen an. So macht das Spaß. Die kombinierte Arbeit an der Hand werden wir von nun an mit Sicherheit wieder in unsere Schaubilder einbauen!

1

Es folgte, wie schon am Tag zuvor, „Herrinnen der Ringe“. Diesmal sogar mit vier Flaggen. Steffi hatte keine, die hatte aber auch schon so alle Hände voll zu tun. Rein war wieder lustig. Den größten Teil des Schaubildes über ritten wir durcheinander und zeigten, was so ging mit unseren Pferden, zum Abschluss fanden wir uns wieder zusammen und drehten noch ein oder zwei Runden zu fünft nebeneinander. Das stresst viele Reiter schon mit Sattel und Trense, hier das Tempo von fünf Pferden zu koordinieren, aber fünf Pferde am Halsring nebeneinander… Das dürfte schon ganz beeindruckend sein. Ein tolles Gefühl war es jedenfalls!

Nun hatten wir eine knappe Stunde Zeit, um die Pferde für die „Variationen zu Pferde“ umzurüsten. Ich brauchte hier etwas Unterstützung, da es nun aufwändiger werden würde… Dachte ich wenigstens. Ich durfte in den Variationen zunächst die Arbeit mit der Garrocha vorstellen (das erste Mal in ‚echten‘ Variationen, nachdem die in Ruschwedel ja keine waren). Aufwändig war die Vorbereitung dafür vor allem, weil ich noch Ziegenfell, Schweifriemen und Vorderzeug anbringen musste, was sonst bisher nicht bei meinen Outfits dabei war…
Von jetzt an aber schon. Es sollte ‚echter‘ werden, hin zur portugiesischen Tracht. Und dazu gehören diese Details nun einmal. Alles kein Problem, nur wollten die Sachen noch richtig eingestellt und angebaut werden. Die Erfahrung fehlt noch, es dauerte also länger. Schlussendlich war ich doch fertig und konnte sogar noch ein bisschen rumstehen.

Die Arbeit an der Garrocha machen Sureña und ich noch nicht lange. Ich glaube, am Samstag hatte ich die Hirtenstange vielleicht zum siebten oder achten Mal in der Hand. Seitdem ich es das erste Mal versucht hatte, war ich allerdings Feuer und Flamme. Ich kann den Reiz verstehen, den diese Stange auch auf Corinna ausübt. Soweit wie sie sind wir noch lange nicht, aber wir üben weiter. Die Drehungen glückten meist ganz gut und wir schafften auch ein paar Galoppsprünge, allerdings zog die kleine Dame nicht so wirklich. Auch hier weiß sie schon sehr genau, wo meine Limitierungen sind, wenn ich noch die Holzstange in einer Hand habe. Schlaue Stute… 
Nach der Garrocha wechselten wir an den Langen Zügel. Aussen rum war noch alles gut, in der Mitte später fiel die Lenkung komplett aus. Macht nichts, Lächeln und so tun, als wäre es geplant. Hier noch eine Hinterhandwendung, dort ein kleines Travers… Alles nur in bestimmte Richtungen, weil die andere dann meist nicht funktionierte. Ich vermute aber mal, das hat kaum jemand gemerkt. Solange man ein bisschen Schauspieltalent mitbringt, kann man vieles überspielen.

Den Abschluss des Tages machte für mich – während alle ausser Steffi und mir schon Feierabend hatten – die „Pure Freiheit“. Ich hatte riesiges Glück, denn direkt vor der „Puren Freiheit“ wurde der Platz noch einmal gewalzt. Dauerte dies Ewigkeiten, würde es doch immens helfen, was das Laufen angeht. Also warten, bis der Mann mit der Walze wieder vom Platz zurück kam. Dann rauf. Der Platz war nun wirklich kaum umzäunt, da lagen ein paar weiße Planken auf dem Boden als Abgrenzung. So lustig, wie mein Stütchen noch in Ruschwedel gewesen war, war ich mir nicht sicher, ob dieser Platz für die „Pure Freiheit“ so gut sein würde. Egal, trotzdem.

Und es war schön. Schon ganz zu Anfang des Schaubildes war Sureña einfach nur bei mir. Ganz nah und dicht – nicht nur körperlich, sondern vor allem emotional. Mehrfach während des Schaubildes stiegen mir Tränen in die Augen, denn dieses Gefühl ist durch nichts zu toppen. Wir zeigten zwar weder vom Boden aus noch geritten den Galopp, der war gefühlt nicht dran an dem Tag, aber der Rest der Freiarbeit war so rund, so schön und stimmig, dass ich meiner kleinen Ibererdame hinterher spontan um den Hals fiel. Die Stimmung schien auch beim Publikum angekommen zu sein. Ich wurde zwar von niemandem angesprochen, aber ein non-verbaler Austausch mit einem älteren Herrn ging mir doch nahe und wird wohl für lange Zeit in meinem Kopf bleiben. Er suchte meinen Blickkontakt, und als er meine Aufmerksamkeit hatte, tippte er sich zweimal mit der flachen Hand auf die Brust in Höhe des Herzens; ein kleines Nicken noch dazu. Das war es, mehr Kommunikation musste gar nicht sein. Diese Geste drückte alles aus.

Ich beschloss nach der Freiarbeit, diese an diesem Wochenende nicht noch einmal zu zeigen. Dieses Gefühl, diese Harmonie konnte nicht getoppt werden und genau dieses Gefühl wollte ich für mich bewahren.

0

Der Sonntag verlief noch einmal ähnlich, allerdings waren unsere Schaubilder deutlich früher eingeplant als noch am Tag zuvor.

Steffi startete mit ihrem Solo „Pferd & Hund“ und kam strahlend vom Platz herunter. Das Gefühl, was ich am Samstag in der „Puren Freiheit“ hatte, nahm sie am Sonntag aus ihrem Solo mit vom Platz.

Das „Barocke Ensemble“ war erneut zweigeteilt mit der Arbeit am Langen Zügel und der kombinierten Arbeit an der Hand mit Nic zusammen. Sureña grinste schon fast, als ich sie vom Platz führte… „Du musst mal noch weiter machen, während ich hier draußen rumstehen darf“. Es hätte mich nicht überrascht, wenn sie mir die Zunge rausgestreckt hätte
🙂

„Herrinnen der Ringe“ … Oh, die waren alle munter! Wir wurden als rasantes Schaubild angekündigt, also machten wir mal auf rasant. Ist ja sonst eigentlich so gar nicht unser Stil, aber wir können auch so… Wenn wir denn wollen. Und da wollten wir. Wir schossen so ein bisschen kreuz und quer über den Platz und feixten uns eins. Es flogen Witze und Wortfetzen über den Platz, und auch das Publikum lachte. Was für ein tolles Schaubild!

Zum Schluss: die „Variationen“. Wie gestern Arbeit an der Garrocha und dann am Langen Zügel.
An der Garrocha klemmte Sureña total. Es ging gefühlt sehr wenig, was die Fotos und auch die Eindrücke der Außenstehenden nicht vermuten lassen. Angefühlt hat es sich allerdings nicht gut… Trotzdem Lächeln und weitermachen. Man kann – gerade an der Garrocha – so einiges überspielen, weil man es trotzdem lässig machen kann und niemand weiß, wie’s wirklich aussehen soll. Vorteil auf unserer Seite.
Dafür gelang die Arbeit am Langen Zügel besser als am Vortag. Ich hatte wieder Lenkung zur Verfügung, was ja doch durchaus vorteilhaft ist. Ein gefühlt schöner Abschluss des aktiven Teils der Veranstaltung.

So wurde es insgesamt ein recht entspannter Tag, den wir in der Gruppe zusammen noch richtig nett ausklingen ließen. Dazu bleibt so oft keine Zeit mehr, da alle das Bedürfnis haben, nach Hause zu fahren und so zerstreut sich die Gruppe meist schnell in alle Himmelsrichtungen. Hier hatten wir noch einmal die Möglichkeit, über das Gelände zu schlendern, bei der Auktion zuzuschauen und alle noch mal vom wilden Bullen herunter zu fliegen“
🙂

**************************************************************************