Lipizzaner

… im Team Légèreté:


ELVEDIR Neapolitano,
* 13.5.2014 in Frankreich
Vater: Picasso Favory Contact v.Favory XXIV a.d. Contact
Mutter: Tribu Toled Siglavy

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Der Name Lipizzaner taucht 1786 zum ersten Mal auf. Der Karster, wie er früher genannt wurde, hat seinen Namen vom Gestüt Lipica, der ursprünglichen Zuchtstätte in der ehemaligen Habsburgmonarchie.

Der Name Lipizzaner stammt von seinem Stammgestüt Lipica in Slowenien.
Lipica liegt in Slowenien in der Nähe von Triest.
Im Jahre 1580 wurde mit Pferden der iberischen Halbinsel das Gestüt Lipica und die Rasse der „Spanischen Karster“ begründet. Der Lipizzaner enthält genetische Anteile von spanischen, neapolitanischen/italienischen und arabischen Pferden.

1580 wurden zunächst drei spanische Hengste erworben, 1581 weitere sechs sowie 24 Stuten. Ergänzt wurde der Bestand mit Hengsten aus Norditalien und der Polesina.

Mit Beginn des 18. Jahrhunderts sind vermehrt Pferde aus anderen Regionen eingekauft worden, um die Zucht weiter zu verbessern. Vom 19. bis ins beginnende 20. Jahrhundert wurden schließlich Araber in die Zucht eingeführt.

In Summe stellen wohl 457 Gründertiere die Basis der Lipizzanerzucht. Die genetischen Anteile ihrer Rassen in der heutigen Population werden wie folgt geschätzt:

  • 57 % Barocke Typen (Spanier, Neapolitaner, Fredericksborger …)
  • 24 % Araber 
  • 10 % „Lipizzanerrasse“ (Abstammungsnachweis verloren gegangen, aber mit Gestütsbrand)
  • 4 % Kladruber
  • 3 % Vollblüter

Der raue, karge, gebirgige Karst, in dem Lipica liegt, hat bei den Lipizzanern Langlebigkeit, Gesundheit, starke Knochen, harte Hufe, Zähigkeit und Widerstandsfähigkeit bewirkt. Im Bundesgestüt Piber werden die jungen Lipizzaner den ganzen Sommer auf Hochalmen mit rauer, karger und steiniger Umgebung gehalten.

Bei der 1915 erfolgten kriegsbedingten Evakuierung aller Lipizzaner aus Lipizza wurde die Herde aufgeteilt. Der kleinere Teil ging nach Kladrub an der Elbe, der andere Teil verblieb in Österreich, wurde aber nach dem Ersten Weltkrieg wieder nach Lipizza (jetzt Italien) gebracht. Italien beanspruchte auch die Pferde aus Kladrub. Später kam diese Lipizzanerherde nach Topoľčianky. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden alle Gestüte im Einflussbereich der deutschen Wehrmacht nach Hostau evakuiert, auch Lipizza. Nach dem Krieg wurden die Pferde aus Lipizza zwischen Italien und Österreich aufgeteilt. Die Nachkommen der italienischen Pferde werden heute in Monterotondo weitergezüchtet.

Eine systematische, auch auf Reit- (und nicht nur Fahr-)zwecke gerichtete Zucht durch Privatzüchter ist erst deutlich nach dem Zweiten Weltkrieg zu erkennen. Gründungen von Zuchtverbänden aus Privatzüchtern, wie von anderen Rassen längst bekannt, sind sogar noch jüngeren Datums. Dennoch gibt es mittlerweile in vielen Ländern Europas, in den USA, Südafrika und Australien Zuchtverbände, die sich zusammen mit den großen Staatsgestüten zu einem internationalen Lipizzanerverband (Lipizzan International Federation) zusammengeschlossen haben.

Die Linienbuchstaben der Vater sind je nach Gestüt unterschiedlich ausgeführte, verschnörkelte Formen der Anfangsbuchstaben der Hauptlinien, als „C“: Conversano, „F“: Favory, „J“: Incitato, „M“: Maestoso; „N“: Neapolitano, „P“: Pluto, „S“: Siglavy, „T“: Tulipan.

Die Linienzeichen der Abstammungslinien der Mütter sind graphische Symbole:
Conversano: ein Kreis oder eine Ellipse mit einem Querstrich (eine vereinfachte Version des Gestütsbrands der Grafen von Conversano); Favory: ein Rechteck; Incitato: ein nach oben offener Kreis; Maestoso: eine Krone bzw. „M“; Neapolitano: verschiedene Diagonalkreuze (ein oder zwei Schwerter symbolisierend, möglicherweise abgeleitet vom Brand der Kartause von Padula); Pluto: Wellenlinie; Siglavy: schräger Pfeil oder Dreieck; Tulipan: nach oben offener Kreis mit senkrechtem Strich darunter

Der L-Brand ist ein Zeichen des Stammgestütes. Den Traditionsbrand erhalten nur in Piber, Monterotondo oder Lipica gezüchtete Lipizzaner.

Im 18. und 19. Jahrhundert sind sechs Hengste nach Lipica gebracht worden, die aufgrund ihrer Bedeutung für die Zucht der Lipizzaner benennungstechnisch zu Stammvätern gemacht worden sind. Seit damals wird unter Berücksichtigung der von diesen Hengsten abstammenden Linien gezüchtet, wobei die männlichen Nachkommen nach der Stammlinie ihres jeweiligen Vaters benannt werden. Die sechs Linien sind benannt nach diesen Hengsten (Datum der Geburt):

  • PLUTO, Frederiksborger, weiß, aber vermutlich kein Schimmel sondern ein weiß geborener Tigerschecke, rein spanisch gezogen, 1765 
  • CONVERSANO, neapolitanischer Rappe, rein spanisch gezogen, 1767
  • MAESTOSO, Kladrub, rein spanisch gezogen, 1773
  • FAVORY, Kladrub, Falbe, rein spanisch gezogen, 1779
  • NEAPOLITANO, Neapolitaner, braun, rein spanisch gezogen, 1790
  • SIGLAVY, rein arabischer Schimmel, Syrien, 1810

Weitere Hengste haben nur in bestimmten Gestüten zu weiteren Stammlinien geführt: INCITATO und TULIPAN.

Berühmtheit erlangte die Rasse vor allem durch ihren Einsatz an der Spanischen Hofreitschule in Wien. Das Gestüt Piber versorgt die Spanische Hofreitschule in Wien mit den bekannten Schulhengsten. Auch in Lipica findet sich heute wieder eine bedeutende Zucht mit einer eigenen Reitschule.

Die meisten Lipizzaner (etwa 91%) sind Schimmel und werden mit sechs bis zehn Jahren weiß. Heute gibt es nur noch gelegentlich Braune, Rappen, Füchse und Falben, ursprünglich gab es bei den Lipizzanern jedoch auch alle anderen Farben bis hin zu Perlinen, Mohrenköpfen,
Platten- und Tigerschecken. Die Gemälde des Hoftiermalers Johann George von Hamilton zeugen von dieser Farbenvielfalt.

Der Typ des Lipizzaners hat sich gute 300 Jahre lang nicht wesentlich verändert. Härte und Ausdauer zeichnen ihn aus. Das Stockmaß liegt heute meist zwischen 155 und 165 cm.
Der Lipizzaner trägt heute nur mehr vereinzelt einen markanten Ramskopf bzw. eine Ramsnase, was auf den alt-spanischen Einfluss zurückzuführen ist. 

Lipizzaner verfügen in der Regel über ein hohes Maß an körperlicher und mentaler Stärke. Besonders die mentale Stärke der Rasse kann als Fluch und Segen zugleich betrachtet werden. Während ein Ausbilder, der Erfahrung mit dieser Rasse hat, spektakuläre und schnelle Ausbildungserfolge erzielen kann, verzweifeln unentschlossene Reiter möglicherweise an dieser mentalen Stärke, der man durch physische Härte nur wenig entgegensetzen kann. Die schnelle Auffassungsgabe des Lipizzaners zeigt sich auch bei unerwünschten Verhaltensweisen, die das Pferd unbemerkt lernt und gegebenenfalls eifrig umsetzt.

Quelle: Wikipedia

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