14.7.: Ausbildern über die Schulter geschaut

Ein Tag bei Karin Kattwinkel – Eqou Vadis

Samstag den 14.07.2007 fuhren wir zu einem Ganztagesseminar auf die Anlage Equo Vadis von Karin Kattwinkel.
Es war ein toller Tag, in jeder Hinsicht!
Nach tagelangem Dauerregen war es endlich mal wieder warm und sonnig. Die Anlage in Vethem in der Nähe von Walsrode ist wunderschön gelegen und sah im Sonnenschein geradezu idyllisch aus, wirklich ein Traumanwesen! An diesem Tag passte wirklich alles, die Organisation war perfekt, die Mitarbeiter freundlich die ganze Atmosphäre familiär, das Programm beeindruckend und informativ.

Aber der Reihe nach:
Treffen war um 10.00 Uhr auf dem schönen Innenhof. Karin Kattwinkel sprach ein paar Begrüßungsworte, erzählte ein wenig über die Geschichte des Anwesens (war früher eine Kneipe mit Tanzsaal, dort haben die Dorfbewohner die „Sau raus gelassen“) und zur Philosophie von Equo Vadis. Danach gab sie einen Überblick über den Ablauf des gemeinsamen Tages, der dann mit einer Hofbesichtung begann.
Auf dem Rundgang erzählte sie uns zu allen Pferden, an denen wir vorbei kamen, deren (Leidens-) Geschichte. Da waren Geschichten bei, die einem wirklich unter die Haut gingen und Gänsehaut erzeugten und wie ein roter Faden zog sich durch diesen Tag die Erkenntnis „Gut gemeint ist nicht gut gemacht!!“ Was so manchem Pferd aus Unkenntnis angetan wurde, oh Graus. Es gab aber auch schöne Geschichten, von Menschen, die unglaublich viel Mühe und Kosten auf sich genommen haben, um der Ursache des Leidens ihres Pferdes auf die Spur zu kommen.

Wir besichtigten die Pferdesauna, die Führanlage und die wunderschöne helle luftige Reithalle.
Hier begann der zweite Teil des Tages, die praktischen Demonstrationen.
Einige der Pferde, die wir vorher kennen gelernt hatten, wurden nun vor unseren Augen in den unterschiedlichsten Therapieformen gearbeitet, natürlich mit entsprechenden Erläuterungen für uns. Gezeigt wurde therapeutisches Longieren, Arbeit an der Hand, an der Doppellonge, am Langen Zügel und auch unter dem Sattel. Die jeweilige Art der Arbeit ihre Ausführung sowie die Dauer und Intensität der Übungen und eingesetzte Hilfsmittel waren immer auf das spezielle Problem des jeweiligen Pferdes abgestimmt. Als Probleme wurden benannt: Blockaden, Ängste, Ausbildungsfehler, Fehlstellungen, Muskelverspannungen, fehlende oder falsche Muskulatur.

Weiter ging es mit einer Erläuterung, worauf man bei der täglichen Arbeit mit dem Pferd achten sollte, wie man seinen Blick schulen kann, um Probleme frühzeitig erkennen zu können. Genannt wurden z.B. die Kopf- und Schweifhaltung, Veränderungen in der Körperspannung, unnatürliches „festmachen“ der Hals- oder Rückenmuskulatur in bestimmten Situationen. Es wurden Übungen gezeigt, die wir als Pferdehalter auch selber durchführen können, wie z.B. gezieltes Strecken des Nackenbandes, Entspannung der Rückmuskulatur durch Bewegung auf einer Wippe und vieles mehr.

Zwischendurch gab es eine Mittagspause mit einem leckeren Kartoffelauflauf, roter Grütze und selbst gebackenem Kuchen. Zum Ausklang des Tages gab es noch einige Filmbeiträge die wir in einem ebenfalls wunderschönen Seminarraum uns gemeinsam anschauten. Nach einem abschließenden Gespräch, wo auch noch die eine oder andere Frage von Karin Kattwinkel beantwortet wurde, war der Tag zu Ende.

Ein wirklich toller Tag und ich bin froh, dass ich dabei war. Es hat sich wirklich gelohnt. Ich habe sehr viel gelernt, habe meine Wahrnehmung und meine Augen schärfen können und habe unglaublich viele Anregungen mit nach Hause genommen.

Ein Bericht von Ines Lampe

auf der Wippe…

Physiotherapie

ein beeindruckender, sehr persönlich gestalteter Tag. DANKE!